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Reich der Schatten
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In my Life
Kurze Info: Die Geschichte ist in den Winterferien in meinem Kopf entstanden. Ich wusste zwar was passieren sollte, aber mir fehlten einfach die passenden Charaktere. Also hab ich mir damals die 4 Jungs von Rasmus ausgeliehen, weil die ganz gut passten. Habe jetzt zwar die Namen geändert, aber na ja so was ist schwierig, weil mit dem Namen sich oft auch die Vorstellung der Charaktere ändert....aber schaut ob es trotzdem noch passt. Viel Spaß!
Sie schlug ihm auf die Schulter. „Hallo Mr. Ynathi, können sie mir bitte ein Interview geben?“
Erschrocken drehte er sich um. Grinsend fragte L’iya „Na wie geht’s?“
Sie ging um die Parkbank herum, sodass sie nun vor Kato stand. Dabei galt ihre ganze Konzentration den Schritten, die sie tat, denn es fiel ihr bereits etwas schwer nicht zu schwanken. Aber wie hätte sie auch ahnen können, dass sie Kato heute noch treffen würde?
Kato lachte. „Gut, wenn man mal von dem Schreck absieht, den du mir da gerade eingejagt hast.“ Er mochte L’iyas erfrischende Art und ihren Humor. Außerdem behandelte sie ihn nicht anders als andere, nur weil er ein mittlerweile sehr bekannter Musiker war. Deswegen waren sie auch trotz des Altersunterschiedes sehr gute Freunde.
„Was soll das denn heißen? Bist du so schreckhaft oder seh ich so furchtbar aus?“ fragte sie spaßhaft rügend.
„Nee, ich dachte nur, dass mich irgendein Reporter entdeckt hat. Ich brauch mal ne Pause.“
„Ach du Ärmster, immer belagern sie dich,“ entgegnete sie mit sowohl mitfühlendem als auch sarkastischen Unterton.
Er wusste, dass sie ihn durchaus verstand, das hieß aber nicht, das sie ihn damit nicht ärgerte. Seit er auf Deutschland-Tour gewesen war, hatte er sie nicht mehr gesehen.
Ihre schwarzen, glatten Haare umrahmten ein braunes Gesicht. Die Augen waren ebenfalls braun und die meist schwarze Kleidung trug auch ihren Beitrag zu einem farbharmonischen Bild bei. Obwohl er all das in der Dunkelheit kaum wahrnehmen konnte, wusste er doch, dass es so war.
„Wie geht es dir denn?“ fragte er schließlich. „Och ganz gut. Man muss ja, ne,“ antwortete sie grinsend und verfluchte gleichzeitig, dass Alkohol die Zunge so schwer machte.
„Sag mal, hast du was getrunken?“ fragte Kato immer noch grinsend.
„Ach du weißt doch, die Nächte blau und am Tage schlafen,“ antwortete sie lachend.
Das war immer sein Spruch gewesen, wenn L’iya sie gefragt hatte, was sie so vorhatten. Richtig ernst gemeint war der Spruch aber nie.
Bei ihren Schritten in Richtung Bank, um sich unauffällig abzustützen, schwankte sie leicht.
Im Nu war Kato bei ihr und legte stützend ihren Arm um seine Hals. „War wohl doch etwas viel, hm?“
„Lass mich, ich kann alleine gehen,“ beschwerte sich L’iya und versuchte sich los zu machen. Es war ihr unangenehm, dass er ihren Zustand bemerkt hatte.
Er dachte gar nicht daran sie los zu lassen. Vor allem jetzt wo er auch den strengen Geruch von Alkohol wahrnahm. Das störte ihn aber nicht besonders. Schon öfter hatte L’iya mit ihm und den Jungs einen getrunken, wo sie sich weit vom Zustand der Nüchternheit entfernt hatten.
„Ich bring dich nach Hause, okay?“
„Hab ich ne Wahl?“
„Nein.“ Sie gingen ein Stück, dabei fiel ihr Blick auf die halbvolle Vodkaflasche, die sie neben der Bank abgestellt hatte als sie Kato erblickt hatte.
Kato folgte ihrem Blick. „Deine?“ Sie nickte.
Er hob sie auf. Den restlichen Weg bis zum Haus von L’iya’s Mutter verbrachten sie schweigend.
„Hast du den Schlüssel oder soll ich deine Mutter wecken?“
„Nee hab schon.“ Sie fischte den Schlüssel aus der Hosentasche und gab ihn ihm.
Er schloss auf und sie trat ein. Kato machte anstalten sich zu verabschieden.
„Kommst du noch mit rein?“ Aber Kato war besser als der restliche Alkohol.
Das tat er. Sie setzte sich auf den Fußboden und lehnte sich gegen die Wand, zeigte dabei neben sich. Auch Kato ließ sich nieder. L’iya zündete sich eine Zigarette an und zog den Aschenbecher von ihrer linken auf ihre rechte Seite, wo Kato saß.
„Sag mal bist du jetzt verrückt geworden. Deine Mutter bringt dich um, wenn du im Haus rauchst,“ wendete Kato ein, konnte sich aber ein Grinsen nicht verkneifen, ebenso wie L’iya.
Beide hatten zusammen mal in L’iya’s Zimmer geraucht bis plötzlich ihre Mutter zwei Stunden eher nach Hause kam. Deren Gesichtsausdruck hatte keiner der beiden vergessen. Er war eine Mischung aus größtem Entsetzen und tiefsten Ekel gewesen. Alle Möbel in dem Raum wurden gründlichst gewaschen, mit Febreze eingesprüht und das Zimmer selbst wurde eine Woche gelüftet. Am liebsten hätte sie den Raum sogar neu tapeziert, aber da hatte ihr L’iyara dann Einhalt geboten.
„Sie ist nicht da. Auf Geschäftsreise.“ Sie hielt ihm ihr Feuerzeug hin und dieser fischte sich eine seiner Kippen aus der Hose und zündete sie an.
In der Zeit nahm sie ihm die Vodkaflasche aus der Hand, schraubte sie auf und stellte sie ihm vor die Füße. Während des Nachhauseweges war ihr klar geworden, dass es keinen Grund gab, warum ihr es unangenehm sein sollte, wenn er sie in einem angetrunkenen Zustand erlebte. Außerdem konnte sie noch ziemlich klar denken, womit sie ihr eigentliches Ziel sowieso nicht erreicht hatte. Aber wie gesagt Kato war besser als jeder Alkohol auf der Welt.
Das hieß aber nicht, dass er vor ihm verschont bleiben sollte.
„Ohoh.....Ich hoffe du willst mich nicht besoffen machen.....“ lachte Kato und nahm einen Schluck.
Sie tranken noch einiges, er erzählte ihr, was in der Zwischenzeit so alles passiert war und sie lachten viel. Irgendwann schliefen sie auf dem Boden ein.
Am nächsten Morgen wachte sie mit Kopf- und Kreuzschmerzen auf. Erst einmal einen Kaffee, dachte sie und setzte Wasser auf. Überrascht stellte sie fest, dass sie gestern nicht mal geduscht hatte. Das war sofort nach zuholen. Sie schrubbte ihre Haut, wollte den Schmutz runter kriegen und die Erinnerungen..... Ihr Blick fiel auf die Rasierklinge. Sie war stark, versuchte sie sich einzureden. Sie hatte so was nicht nötig. Rasch legte sie die Klinge in den Schrank. Ein Blick in den Spiegel. Ihre Haut war gerötet, so sehr hatte sie versucht alles abzuwaschen. Irgendwann würde sie ihn einfach zertrümmern, dann musste sie sich nicht mehr sehen.
L’iya verließ das Bad und machte die zwei Tassen Kaffee fertig.
Auf einmal stand Kato hinter ihr und sie fuhr erschrocken zusammen. „Nana, so schlimm?“ Er fuhr sich durch die durcheinander geratenen Haare.
„Nicht mehr als sonst,“ entgegnete sie grinsend. Er steckte ihr die Zunge raus und verschwand ins Bad. In der Zeit machte sie das Frühstück fertig. Kato war wieder da. Sie musste lächeln. Seit Wochen wahrscheinlich das erste mal, dass es wirklich echt war, bemerkte sie. Er hatte ihr gefehlt und wie er das hatte. Es gab wenige Menschen mit denen sie so viel Spaß hatte, wie mit ihm.......eigentlich keinen.
„So, ich glaub, jetzt muss sich keiner mehr erschrecken.“ Meint er und setzt sich an den Tisch.
L’iya setzt sich ebenfalls. „Wie läuft es eigentlich in der Schule? Immer noch gute Noten?“
Sie nickte nur und trank ihren Kaffee. L’iya hasste es zu lügen, aber man gewöhnte sich daran, wie an vieles andere auch. Ihre Noten wurden immer schlechter....zu wenig Zeit zu lernen. Zu viel Arbeit.
„Wie lange bleibt ihr jetzt in Hellsinki?“ fragte sie und grinste als sie die Stadt genauso nannte, wie er es immer tat. „Eine ganze Weile. Wir werden Songs für ein neues Album basteln und deswegen nur noch hier in der Umgebung auftreten. Wie ne kleine Pause.“
„Schön. Vielleicht können wir dann ja mal öfter was zusammen machen, hm?“
„Klar. Wir spielen heute in einem Klub und gehen danach noch etwas trinken. Du kannst gerne mitkommen. Die anderen Jungs freuen sich sicher auch.“
„Heute ist Samstag..........?“ Sie überlegt kurz. Nein es gab keine Möglichkeit heute nicht zu arbeiten.
„Würde gerne mitkommen, aber hab schon was vor.“
„Ein date?“ fragt er lachend. Was war daran jetzt witzig?
„So in der Art. Wo geht ihr denn hin? Vielleicht stoße ich später zu euch.“
„ Ins Crow. Hoffentlich sehn wir uns dann.“
„Du Kato......es ist 11.00 Uhr. Ich muss los, hab noch was vor. Kannst dich ruhig in Ruhe noch hübsch machen und hier alles aufräumen.“
„Ich und aufräumen? Ich bring doch alles nur noch mehr durcheinander. Nein ich geh dann auch.“
Zusammen verließen sie das Haus.
Die Arbeit im Café verlief wie immer Ereignislos. Zu Hause sprang L’iya noch schnell unter die Dusche und zog sich um, dann machte sie sich auf den Weg zu ihrem nächsten Job.
Um 2.00 Uhr war sie fertig und fragte, ob sie dort noch duschen könne. Sie verstand sich ganz gut mit dem Betreiber des Ladens und so erlaubte er es ihr.
Gegen 3 Uhr war sie im Crow und sah den schon etwas angeheiterten Kato und die nicht minder angeheiterten Kira und Karlos. Sie begrüßte die 3.
Kato mopste sie den Drink und leerte ihn in einem Zug. Er protestierte und beschwerte sich über Freunde die einem auf der Tasche liegen und nichts gönnen. Dann lachte er und bestellte zwei neue Drinks.
Sie wünschte es wäre immer so. Lustig mit Freunden plauschen, Späße und keine doofen Gedanken.
Doch sie spürte den immer stärker werdenden Hustenreiz und wusste, dass damit der Tag für sie beendet war. Nachdem Abschied, ging sie nach Hause und nahm eine ihrer Tabletten.
Der Sonntag verlief ähnlich dem Vortag. Als sie am Abend im ‚Roloco’ ankam, kam der Chef ihr gleich entgegen. „Hey L’iya wie geht es dir heute?“ „Ach es geht soweit ganz gut.“ Sagte sie mit müdem Lächeln. Nur das sie mehr Geld brauchte. Sie musste sich neue Tabletten kaufen, weil die Krankenkasse sie nicht bezahlen wollte und sie ohne die nur noch ein krankes Wrack wäre, aber das sagte sie natürlich nicht. Er wusste, dass sie das Geld bitter nötig hatte. Vielleicht machte er ihr heute deswegen das Angebot?
„Hör zu.....Ich weiß, dass du das nicht willst, aber ich hab einen Vorschlag. Statt heute nur zu Kellnern, könntest du heute auch etwas anderes machen.“ Als sie etwas protestierend einwenden wollte, unterbrach er sie. Er wusste, dass sie nie soweit sinken wollte, und wie die anderen Freudenmädchen hier sein.
„Heute verkleiden sich alle Mädchen und dürfen ihn beim Beischlaf nicht abnehmen. Wir haben einen besonderen Gast hier und er darf sich eines aussuchen. Du stellst dich zu ihnen und egal ob er dich wählt oder nicht, bekommst du das Geld.“
Sie überlegte. Sie wollte mit keinem Mann schlafen, aber wie hoch war die Wahrscheinlichkeit, dass er sie wählte. Ausgerechnet sie, wo es hier so viele hübsche Mädchen gab. Außerdem meinte es Ric nur gut. Er konnte es sich nicht leisten ihr einfach so Geld zu überlassen und er wusste, sie würde es auch niemals annehmen und so hatten sie beide Probleme überwunden.
Unsicher sagte sie zu. Er nickte. Er wusste sie tat es ungern, aber wie sonst konnte er ihr helfen? Sie hatte ihm nie erzählt in welcher Situation sie steckte, dass sie etwas so verhasstes tun musste, das sie danach immer Alkohol brauchte.
„Hier ist die Kleidung. Du kannst dich dort hinten umziehn.“
In ein abendländisches Kostüm gehüllt, stand sie kurze Zeit später mit allen anderen Mädchen in einer Reihe.
Jetzt musste nur noch der Kerl kommen und sie nicht wählen.
Entsetzt riss sie die Augen auf als sie sah, wie Katos ehemaligen Kumpels ihn immer dichter schubsten. Oh nein. Warum ausgerechnet er? Hatte er nicht immer gesagt, dass er niemals so einen Laden betreten wollte? Das er es pervers fand, dass man Frauen dafür bezahlte. Doch als sie genauer sah, wer ihn da immer näher schubste wurde es ihr klar. Die waren öfters hier und schienen ihn dazu überredet zu haben.
„Na los Kato! Stell dich nicht so an. Die sind alle nur für dich da. Wenn du das nicht tust, bist du ne echte Memme und mit so einer machen wir bestimmt nie wieder was.“
Sie sah wie er seufzte und mit sich rang. Wieso unternahm er überhaupt etwas mit diesen Kerlen? Er hatte doch selbst gesagt, dass er sie nicht ausstehn konnte. Die Art wie sie mit anderen umgingen.
Langsam schaute er sich ein Mädchen nach dem anderen an. Sie versuchte gleichgültig zu schaun. Die anderen hofften, dass sie gewählt wurden und schauten ihn aufreizend an.
Zaghaft zeigte er schließlich auf L’iya..............NEEEEEEIIIIIIIIIIIIIIN!!!!!!!!!!
Okay. Sie konnte jetzt nicht mehr zurück. Und wenn sie schon mit einem Mann schlaf, dann wenigstens mit demjenigen, der ihr der liebste war. An dem sie hing. Das versuchte sie sich zumindest einzureden. Wenn sie ihn dadurch nur nicht verlor.
Sie sagte kein Wort, sie wollte nicht erkannt werden und so gingen die zwei Freunde schweigend auf eines der Zimmer. „Es ist doch kein Problem für dich?“ fragte er unsicher. Sie schüttelte mit dem Kopf und lächelte ihn an. Auch wenn er es kaum erkennen konnte, hoffte sie, dass er dadurch beruhigt war.
Sie ging zu ihm. Knöpfte langsam sein Hemd auf und er streifte ihr dürftiges Oberteil ab. Sein Blick fiel auf die Narben ihrer Schnitte am Arm und er hielt kurz inne. Durch einen Kuss forderte sie ihn auf weiterzumachen.
Beide stöhnten immer heftiger als er sich in ihr bewegte. Schließlich kam er und zog sich aus ihr zurück. Mit wackligen Beinen zog sie sich wieder an und ging nach unten. Sie hatte gerade ihre Unschuld verloren! Durch ihren besten Freund! Ja verdammt es war ihr erstes mal gewesen. Wie sollte es nun weitergehen mit ihnen? Konnte sie ihm noch in die Augen schauen?
Ric kam auf sie zugeeilt. „L’iya, es tut mir leid.“ Sie winkte ab. Er hatte es ja gut gemeint und sie war selbst Schuld. „Ich brauch einen Drink.“
Kato ging an dem Abend in den Park. Ihre Augen oder viel mehr der Ausdruck ihrer Augen ging ihm nicht mehr aus dem Kopf. Diese Hingabe......das Gefühl begehrt zu werden, dass sie in ihm geweckt hatte. Leidenschaft und Zuneigung. Als würde sie ihn schon ewig kennen. Als könnte sie in seine Seele schauen. Als wüsste sie, was er wollte.
Tatsächlich hatte sie ihn begehrt. Ja es hatte ihr gefallen was er tat, wie er sie berührte und welche Gefühle er durch ihren Körper jagte. Und Trotzdem oder gerade deswegen ertrug sie es nicht. Genau deswegen saß sie jetzt zu Hause und schüttete immer mehr Alkohol in sich hinein in dem Wissen, dass sie eigentlich etwas für die Schule hätte tun müssen.
Sie verschlief am nächsten Tag und beschloss ganz der Schule fern zu bleiben. Um den Kopf etwas frei zu bekommen, beschloss sie in den Park zu gehen. Mit einer Zigarette in der Hand fand sie den Weg zu dem kleinen Teich und setzte sich auf eine Bank.
L’iya beobachtete noch nicht mal 5min die Vögel als sie Kiras Stimme vernahm, der sie begrüßte.
„Hi, Kira“ sagte sie tonlos. Hinter ihm stand Kato. So richtig gut schien er auch nicht geschlafen zu haben. „Morgen L’iya. Na machst heute ma einfach blau oder habt ihr ne Freistunde?“ fragte er mit fröhlicher Stimme.
Na wenigstens gute Laune schien er zu haben.
„Blau.“ antwortete sie und schaute dabei aber Kira an. Mit Reue bemerkte sie, dass ihr Stimme gleich ein Stück kühler geworden war.
Kira sah Kato fragend an. Er schien wissen zu wollen, was sein Freund wieder angestellt hatte. Aber das wusste dieser natürlich nicht. Wie auch?
Sie bemühte sich im weiteren Gespräch so wie immer zu klingen, aber es gelang ihr nicht ganz. Als die Jungs zur Bandprobe mussten, verabschiedeten sie sich.
Kaum zu Hause, verschwand sie im Bad und holte ihre Rasierklinge wieder hervor. Ansonsten würde sie den Job im café, wo so viele Leute sind, nicht überstehen, sagte sie sich.
Kurz vor Dienstschluß betraten alle 4 Jungs das café und sie spürte, wie ihr Herz für einen Moment aussetzte. Dann ging sie mit einem freundlichen Lächeln zu ihnen und fragte, was sie bestellen wollten.
Verwundert sahen sie sie an. „Hey kleine L’iya, was machst du denn hier? Warum hast du nicht erwähnt, dass du hier arbeitest, dann wären wir schon mal öfter vorbei gekommen,“ meinte Karlos grinsend. „Genau das hatte mir ja Angst gemacht. So viel wie du immer bestellst, dass kann ich gar nicht alles tragen.“ Entgegnete sie ebenfalls grinsend. Nachdem ihre Arbeitszeit vorbei war, setzte sie sich noch zu ihnen und plauderte etwas.
Sie schaffte es sogar fast normal mit Kato zu reden, aber eben nur fast und Augenkontakten wich sie stets aus.
Es vergingen einige Woche und heute wollte Kato eine Party im Crow schmeißen und hatte sie eingeladen, bei ihm zu übernachten. Damit sie nicht Nachts immer so allein in dem großen Haus war, wie er meinte.
Auf dem Weg in die Kneipe dachte sie an das Gespräch mit Ric. Sie wusste nicht, wie es dazu gekommen war, dass sie ihm erzählt hatte, wie ihre Mutter mit ihrem Kerl einfach abgehauen war. Nur etwas Geld dagelassen hatte. Wie sie ihr gesagt hatte, dass L’iya ihr immer im Wege stand und das sie wegen ihr auch nicht ihren neuen Freund so wie L’iyas Vater verlieren wollte. L’iya hatte Ric auch erzählt, dass Kato ihr bester Freund war und er hatte gemerkt wie sehr ihr das zu schaffen machte. Schließlich, nachdem sie ewig über ihre Beziehung zu diesem Mann geredet hatte, hatte er ihr offenbart, dass sie Kato liebte.
Und je länger sie darüber nachdachte um so mehr musste sie es sich eingestehen. Alleine hätte sie es nie bemerkt. Niemals hatte jemand ihr wirklich Liebe entgegen gebracht. Ihre Eltern hatten sich nicht getraut, weil sie sich nicht dem Schmerz aussetzen wollten ihre geliebte Tochter zu verlieren. Deswegen hatten sie es gleich gelassen. Sie hatte sie darüber reden gehört. Auch wie ihr Vater sagte, dass er es nicht länger ertrug einen so kranken Menschen um sich zu haben. Deswegen verließ er ihre Mutter und sie.
Als sie das Crow betrat, wurde sie gleich begrüßt und wischte ihre Gedanken weg. Es wurde ein lustiger Abend und sie war seit langem mal wieder richtig locker in Katos Gegenwart. Vielleicht neckten sie sich deswegen auch wieder mehr, so wie vorher.
Doch irgendwann ging der Abend zu Ende. Sie war dankbar, dass sie bei Kato schlafen durfte. Es war wirklich schwer jeden Tag allein zu Hause zu sein, wenn einem soviel durch den Kopf schwirrte.
Kato schloss die Wohnung auf und sie setzte sich aufs Sofa während er für sie ein Bett neben seinem herrichtete.
Ohne Nachdenken folgte sie ihm. Und zu beider Überraschung berührten ihre Lippen sanft seine. Als Kato realisierte was da gerade geschah, stieß er sie von sich. Entsetzt sah sie ihn an.
„ Was fällt dir ein. Für Sex bin ich dir gut genug, aber für mehr nicht oder was?!“ schrie sie.
Sie stand einen Moment da und schaute in sein schockiertes Gesicht. Erst jetzt wurde ihr bewusst, was sie da eigentlich getan hatte. Schnell lief sie ins Badezimmer und schloss sich ein.
Die Aufregung......sie bekam ihr nicht. Sie holte ein Taschentuch hervor und hustete. Sie fand kein Ende und immer mehr Blut sammelte sich darin. Was hatte sie nur getan? Alles kaputt gemacht.
„L’iya, mach auf!“ hörte sie Katos besorgte Stimme rufen.
Was war nur los mit ihr? Was sollte das eben? Er hatte doch nie mit ihr geschlafen. Und sicher würde er für eine Nacht Spaß nicht diese Freundschaft riskieren. Er hatte ihr immer alles erzählen können. Sie hatte ihn getröstet als ihn seine Freundinnen verließen, hatte ihn verpflegt, wenn er wegen Streit nicht nach Hause wollte oder ihm Mut gemacht. Aber all seine Gedanken wichen der Sorge als er ihr endloses Husten hörte. Verdammt warum machte sie nicht auf. Man konnte doch danach immer noch darüber reden.
Er musste sie für verrückt erklären, wollte sicher nichts mehr mit ihr zu tun haben, dachte L’iya. Das würde sie niemals ertragen. Ihre Rasierklinge. Sie hatte sie heute als Kette getragen, versteckt in ihrer stumpfen Hülle.
Es gab keinen anderen Weg.
Bevor sie ihr Bewusstsein verlor, hörte sie Katos immer lauter werdenden Rufe und das Krachen der Tür.
Ehe sie überhaupt die Augen aufschlug, nahm sie den Geruch von Infektionsmitteln und Krankheit wahr. Ein Krankenhaus. Einer ihrer Hustenanfälle? Sie wusste es nicht mehr so genau, aber sie wusste, dass sie Krankenhäuser hasste. Sie war schon so oft hier gewesen, aber niemand hatte sie jemals besucht. Außer ihr Arzt, der auch ihre Krankheit diagnostizierte als sie gerade mal 3 Jahre war.
Langsam machte sie die Augen auf. Ihr Blick schweifte durch das weiße, unpersönliche Zimmer. Wie immer allein.
Die Tür ging auf. Sie schaute auf und hörte wie der Arzt, sie ging zumindest davon aus, dass er es war, mit jemanden sprach und dann erst eintrat und die Tür schloss.
„Hallo, L’iya. Wie fühlst du dich? Du hast uns allen einen Heidenschreck eingejagt, mach das nicht noch mal, okay?“
Uns? Und was sollte sie nicht noch mal machen....einen Hustenanfall bekommen? Sie nickte einfach, fragen konnte sie auch später.
„Ich muss noch ein paar Untersuchungen machen. Es ist schlimmer geworden, oder?“
Wieder nickte sie.
Der Arzt setzte sich zu ihr auf das Bett. „L’iya, was ist denn nur passiert?“ fragte er voller Sorge. Dabei fiel sein Blick auf den Verband um ihr Handgelenk und erst jetzt wusste sie was geschehen war.
Der Sex mit Kato, ihr Kuss.......die Klinge.......
Nein, sie würde nicht weinen.......nein.........sie würde nicht........Mit Mühe hielt sie die Tränen zurück.
„Du weißt, dass ich immer für dich da bin, oder?“ sagte ihr Arzt.
Mühsam und unter Stocken erzählte sie ihm was vorgefallen war. Sie vertraute ihm. Er war fast wie ein Vater für sie, aber das würde sie sich niemals zugeben.
Er hörte ihr geduldig zu und fragte sich, was dieses Mädchen noch alles erleiden musste. Er liebte sie wie eine Tochter. Um so schwerer viel es ihm, ihr das nachfolgende zu erzählen. Doch die Jungs, die sie schon öfter heute besuchen wollten, kamen zur Tür rein und retteten ihn für eine Weile.
„Hey, L’iya, Kleines was machst du denn?“ fragte Kira, kam auf sie zu und umarmte sie kurz.
Sie murmelte etwas Unverständliches und lächelte ihn dankbar an. Als sie an ihm vorbei sah und Kato erblickte, machte ihr ein Herz einen Satz und sie wurde ganz unsicher. Wie sollte sie sich nur verhalten? Sie wusste es einfach nicht.
„Es tut mir leid, aber ich bin furchtbar müde. Ich danke euch, dass ihr gekommen seid, aber......“
„Ach schon gut. Wir können ja wieder kommen.“ „Danke.“ Sie sah Kato an, der eben noch mit dem Arzt gesprochen hatte und nun von Kira ebenso wie die anderen beiden hinausgeschoben wurde. Er schaute zu ihr und sie sah sein Verlangen nach Antworten und seine Sorge.
Als die Tür zu ging, schloss sie die Augen.
Auf der anderen Seite der Tür sprach ihr Arzt mit Kato während die anderen bereits gingen.
„Hat sie ihnen denn nichts erzählt?“
„Nein, leider nicht. Wir sind nicht immer da. Und ........sie erzählt nicht viel. Aber ich wollte sie auch nie zwingen. Vielleicht erzählt sie anderen Freunden ja mehr.“ Ja, vielleicht war er zu selten da, dass sie ihn als wichtig genug für solche Dinge ansah....
„Das glaube ich nicht. Sie hat keine anderen Freunde. Jetzt wo ihre Mutter abgehauen ist, ist sie ganz allein. Und ich danke ihnen, dass sie wenigstens jetzt da sind. Es ist das erste mal, dass sie jemand hier im Krankenhaus besuchen kommt.
Kato stockte. Das konnte doch nicht wahr sein. Warum wusste er von all dem nichts und wieso......... Er verstand es einfach nicht. „Sie hat keine anderen Freunde? D-das wusst ich nicht. Und was meinen sie mit: ihre Mutter ist abgehauen? Ich dachte sie ist auf Geschäftsreise.“
„Machen sie sich keine Vorwürfe. Sie können nichts dafür. Es ist ihre Art. Sie kann nicht anders. Ihre Eltern haben sich damals wegen L’iyas Krankheit voneinander getrennt. Ihr Vater konnte nicht damit leben, dass die Zeit ihrer Tochter bereits festgelegt ist und ist deswegen fortgegangen als sie 6 war. Ihre Mutter konnte auch nicht damit umgehen und jetzt......wo es schlimmer geworden ist.........ist sie mit ihrem Freund auch weg.“
Kato musste sich erst einmal an der Wand festhalten. Was.....was waren das nur für Eltern und L’iya.....
„W-was hat sie denn. Kann man es nicht heilen?“ Sie würde doch nicht sterben, oder?
„Nun......es ist schwierig. Es gibt eine komplizierte OP, die ihr das Leben retten könnte, aber sie ist teuer......zu teuer für sie. Ich möchte nicht anmaßend klingen........aber.....ich haben ihnen das trotz der ärztlichen Schweigepflicht erzählt....weil ich gehofft hatte, dass sie vielleicht einen Teil.........Nicht alles, natürlich. Wissen sie, sie ist für mich wie eine Tochter und sowohl sie als auch ich sparen schon ewig auf das Geld für die OP, aber es reicht nicht. Und wird sie nicht bald operiert ist es zu spät.......“
„Warum hatt sie nichts gesagt? Ich hätte ihr das Geld gegeben!“
„Sie will kein Geld von anderen.......ich habe gehofft, dass sie sie überzeugen können.“
„Ich versuch es, aber........“
„Ich werde ihnen helfen.“
„Was hat sie denn?“
„Ihre Lunge ist kaputt. Schon seid ihrer Geburt. Aus diesem Grund hustet sie oft Blut. Die Tabletten helfen ihr den Husten zu verringern, aber schützen sie nicht davor, dass das Loch größer wird. Mittlerweile ist es so groß, dass..........“ Der Arzt musste sich zusammen reißen. Es schien ihm wirklich viel an ihr zu liegen.
L’iya lag in der Zeit wach und starrte an die Decke. Wie konnte sie nur mit Kato wieder ins Reine kommen. Sie wollte ihn nicht verlieren, durfte es nicht. Obwohl es nicht mehr lange einen Unterschied machen würde. Ihre Zeit war bald um, wenn sie nicht das Geld auftreiben konnte.
Jemand klopfte an die Tür und sie fragte sich wer es war. „Ja?“
Ihr Arzt kam herein und setzte sich zu ihr aufs Bett.
Er seufzte bevor er anfing zu sprechen. „L’iya wir haben die Untersuchungsergebnisse. Es ist.....du hast kein Jahr mehr.......vielleicht noch einen Monat....nicht viel mehr. Irgendetwas hat es beschleunigt. Wir werden noch ein paar Untersuchungen durchführen müssen. ...Damit wir bald die OP durchführen können......“
Sie nickte nur schwach, doch nach einem kurzen Augenblick lächelte sie ihn an. „Doktor sie brauchen sich doch keine Vorwürfe oder Sorgen machen.......ich bin älter geworden als mir die Ärzte vorausgesagt haben und das hab ich auch Ihnen zu verdanken.“
Er lachte traurig auf. „Ach, dass liegt nur an deiner Dickköpfigkeit und deinem Überlebenswillen,“ sagte er und tätschelte ihren Arm.
„Ich danke ihnen.“ Sie drehte sich von ihm weg und tat als würde sie gleich einschlafen.
Er wusste, dass sie ihm nur nicht zeigen wollte, dass sie Tränen in den Augen hatte. Er respektierte das und ging. Über die Operation konnten sie auch später noch sprechen.
Als sie aufwachte, spürte sie, dass ihre Hand in einer anderen lag. Es war ein schönes, sanftes Gefühl. Jemand war da......für sie.....
Sie drückte kurz die Hand, ohne die Augen zu öffnen um das Gefühl nicht kaputt zu machen, und die andere streichelte über die ihre.
So lag sie 10 Minuten da und öffnete schließlich die Augen. Kato. Er saß da, hielt immer noch ihre Hand und schaute sie aus traurigen Augen an. Sie wirkten leicht gerötet, vielleicht hatte er geweint, sie wusste es nicht.
„Kato.......“
„L’iya e-es tut mir leid. Ich ......warum hast du nie was gesagt? Du hättest bei mir wohnen können, hättest auch von mir Geld haben können. Oder von einem der anderen Jungs.“
Ach Kato der Idiot, was sollte ihm denn leid tun. Er hatte ja nichts gemacht. Bei ihm schlafen? Nein, dass hätte sie nie gemacht. Sie wollte ihn nicht stören und nicht dabei sein, wenn er, dass geschah nicht oft nur wenn die Einsamkeit zu viel für ihn wurde, mit einem fremden Mädchen zu sich nach Hause kam.
„Ich bin doch noch nicht tot. Und ich habe auch nicht vor so schnell zu sterben.“ Sagte sie aufmunternd und sah ihm in die Augen. L’iya streckte eine Hand nach seinem Gesicht aus und er beugte sich etwas zu ihr, damit sie trotz den Schläuchen ankam. Indem Moment sah er die Schnitte auf ihrem Arm und gleichzeitig fing ein Hustenanfall ihren Körper zu schütteln.
War sie das Mädchen? Das Mädchen in diesem Club? Doch seine Gedanken wurden von ihrem Husten unterbrochen. Sie hielt sich die Hand vor und er sah das Blut, das von dieser auf das Laken tropfte. Kato schrie nach der Schwester.
Nachdem sie eine Spritze bekommen hatte, schlief sie eine Weile. Als L’iya wieder aufwachte war Kato weg. Stattdessen war ihr Arzt da.
„Er hatte einen Pressetermin. Er wollte ihn absagen, aber ich hab ihm gesagt, dass er ruhig gehen solle. Ich muss etwas wichtiges mit dir Besprechen. Die letzten Untersuchungen haben ergeben, wo das Problem liegt.“
Sie machte große Augen und wartete, dass er die Pause beendete.
Er seufzte ein weiteres mal. „Du bist schwanger.“
„Nein.“ Das konnte, das durfte nicht sein. Wie.......aber sie nahm doch die Pille.
„Wie kann das sein?“
„Es liegt an der Krankheit........wegen ihr scheint die Pille nicht gewirkt zu haben. Es tut mir so leid.“
Ein abwesender Ausdruck trat in L’iyas Augen. Sie war schwanger. Von Kato. Ein kleines Kind würde in ihrem Bauch heranwachsen. Sie würde es lieben und es würde sie lieben. Aber Kato........nein, sie konnte ihm nichts davon sagen. Sie wollte nicht schuld daran sein, dass er sich deswegen sorgen machte. Vielleicht auch noch weniger Zeit für seine Musik hatte. Nur wegen ihrem Fehler. Er liebte seine Musik über alles, er brauchte sie.
„L’iya es gibt da noch etwas, was ich dir sagen muss.“
Sie schaute ihn, aber der Arzt hatte nicht das Gefühl, dass er sie sah. Er machte sich Sorgen, nicht nur wegen der Krankheit und ob sie sie überleben würde, sondern viel mehr um ihre Seele, ob sie es überleben würde.
„Das Kind, du kannst es nicht behalten. Entweder wir retten das Kind und lassen es von jemanden anderen austragen, aber dabei würdest du aufgrund des Blutverlustes sterben oder aber wir operieren dich und retten damit dein Leben, aber vorher musst du......musst du das Kind abtreiben lassen.“ Es viel ihm schwer dies auszusprechen. „Wenn wir versuchen euch beide zu retten bei der Operation..........würdet ihr beide sterben.“
Er machte wieder eine Pause. „L’iya........es tut mir so leid, aber das Kind muss weg. Es, es ist erst ein Haufen von Zellen. Bitte denk darüber nach.“
Während der ganzen Zeit hatte sie ihn nicht einmal angeschaut. In ihrem Kopf war nur noch Leere.
Es hatte keinen Sinn mit ihr jetzt darüber weiter zu reden und wahrscheinlich war ihr noch nicht einmal bewusst, was er da eigentlich von ihr verlangte. Leise verließ er das Zimmer.
Am Abend entfernte man die Schläuche. Ihr Zustand hatte sich soweit stabilisiert, dass sie das Bett verlassen durfte, aber nach Hause ließen sie sie nicht.
L’iya wusste nicht warum, aber es zog sie auf das Dach. Sie schaute runter auf die Straßen, auf den Verkehr. Der Wind strich ihr über die Wangen und sie zog die frische Luft ein. Endlich mal wieder etwas anderes als der Krankenhausgeruch. Sie legte ihr Gesicht auf die kühlenden Eisenstangen des Zaunes. Was sollte sie nur tun?
Ihre Gedanken rasten. Es hatte so ausgesehen, als ob Kato ihr die Szene bei ihm zu Hause verzieh. Aber das Kind......nein, dass würde er ihr nicht verzeihen. Niemals. Sie konnte es ihm nicht sagen. Er wusste ja nicht einmal, dass er mit ihr geschlafen hatte. Sollte sie das Kind wirklich abtreiben. Ihr Arzt meinte, sie musste, wenn sie eine reele Chance haben wollte. Wie sollte sie es auch versorgen. Sie hatte zwar Arbeit, aber sie konnte nicht mit ihm hier bleiben. Ein ganz neues Leben in einer anderen Stadt aufbauen.....vielleicht war das eine Lösung, aber wenn sie keinen Job bekam....was sollte sie dann tun? Wollte sie das Kind denn? Ja....nein....ja...nein....jain. Sie konnte es nicht abtreiben, abstoßen. L’iya konnte ihm nicht das gleiche antun, was ihre Eltern ihr angetan hatten. Auch wenn es davon, dann nichts mitbekam. Aus diesem Grund würde sie es auch nicht schaffen es in ein Heim zubringen. Der einfachste Weg war die Abtreibung und sie würde es auch bleiben. Sie konnte weitermachen wie bisher. Aber wollte sie das? Nein. Nicht mehr in dem Club arbeiten und nicht immer allein sein. Die Schule schaffte sie unter den momentanen Bedingungen auch nicht. Ein verdammtes Jahr noch und sie scheiterte.
L’iya schaute sich kurz um und richtete sich von ihrer gebückten Haltung auf. Kein Arzt war da. Ihr Arzt hätte es ihr eh nicht verboten. Wusste doch, dass es keinen Sinn hatte. Sie zündete sich eine Zigarette an.
Nachdem sie aufgeraucht hatte, ging sie zurück in ihr Zimmer. Kato saß auf ihrem Bett.
„Hi, wo kommst du denn her?“ Er kam auf sie zu und umarmte sie. Er schien sie gar nicht mehr loslassen zu wollen und so drückte sie sich an ihn. Genoss es einen anderen warmen Körper an ihrem zu fühlen. So geborgen, so sicher.......Das waren seltene Gefühle für sie.
Doch schließlich lösten sie sich von einander. „Hast du geraucht? Darfst du das denn?“
Sie lächelte. „Als ob das noch groß was ändern würde.“ Dann wurde ihr schlagartig bewusst, dass sie wirklich aufhören musste. Zumindest, wenn sie das Kind austragen würde........
L’iya versuchte ihre Gesichtszüge wieder unter Kontrolle zu bringen, doch es war zu spät.
„Was?“
„Ähm nichts. Mir ist grad nur etwas eingefallen.“
Kato überlegte. Sollte er sie fragen? Ob sie das Mädchen war mit dem er im Roloco geschlafen hatte? Er wusste es nicht. War es besser die Situation zu klären? Oder sollte er sie damit einfach in Ruhe lassen. Karsten sagte immer, dass er darüber reden sollte, wenn ihn etwas beschäftigte. Er holte tief Luft. Doch dann drängte sich ihm eine andere Frage auf. Wie stand er zu ihr? Natürlich, sie waren sehr gute Freunde, aber empfand er mehr? Seid er dabei war, sie zu verlieren, merkte er dass sie ihm wichtiger war als er angenommen hatte. Karsten hatte ihn schon ein paar mal gefragt, ob er in L’iya verliebt war. Er hatte es stets verneint. Doch jetzt........er war sich nicht sicher. Er forschte weiter in seinem Inneren. Doch er liebte sie wirklich. Ihm fiel wieder ein, was für ein Gefühl sie ihm immer gegeben hatte. Ja er liebte sie. Doch warum war es ihm nicht früher bewusst geworden?
„L’iya........ich muss mit dir reden.“
Sie hatte ihn die ganze Zeit beobachtet, gesehn wie es in seinem Kopf arbeitete. Was wollte er ihr jetzt sagen?
„Es-es tut mir leid.....“
Wofür entschuldigte er sich nun schon wieder?
„Damals.....im Club.....ich wusste nicht......nicht das du es bist. Ich meine .......im Rocolo.......ich wollte da eigentlich gar nicht rein. Aber ich meine hm.........“
Er machte eine kurze Pause.
„Warum hast du nichts gesagt, ich meine, dann hätten wir nicht........ich meine nicht, dass es mir nicht gefallen hätte.....aber............“
L’iya wurde kreide bleich und stand wie erstarrt da. Wie, wieso, weshalb.........woher hatte er erfahren, dass sie es gewesen war?
Kato sah die Frage in ihrem Gesicht, strich ihren Ärmel beiseite und berührte sanft die Narben, die sich über ihren Arm zogen.
Sie verstand und erinnerte sich, wie er sie in dieser Nacht dort berührt hatte. Ein Schauer lief ihr über Rücken.
Sie traute sich kaum ihn das zu fragen, aber die Frage musste heraus oder sie würde sie ewig quälen.
„Denkst du, dass ich....ein schlechter Mensch bin, weil ich mich wie....wie eine von denen verhalten habe?“
Erklärend fügte sie gleich hinzu: „Ich, ich wusste nicht das du das warst als ich gefragt wurde. Ich hätte das Geld auch bekommen, wenn ich nicht.....mit dir geschlafen hätte. Die Chance, dass ich gewählt werden würde, sie war so gering. Ich habe nicht gedacht, nicht damit gerechnet, dass das passiert.
Ich hab vorher so etwas noch nie dort gemacht und...“ versuchte sie sich weiter zu rechtfertigen „danach auch nie wieder.“
Kato sah, wie sie am ganzen Körper zitterte. In einer erneuten Umarmung drückte er sie an sich.
„Ich weiß, dass es dein erstes mal war. So etwas ist eines der kostbarsten Geschenke, die man von einem Menschen, der einem so an Herzen liegt, bekommen kann,“ flüsterte er ihr beruhigend ins Ohr.
„Ich danke dir“ entgegnete sie glücklich, aber auch traurig.
Er mochte sie trotzdem noch, dass war das wichtigste, aber er würde in ihr nie mehr als eine Freundin sehen. Vielleicht hatte sie sich deswegen nie ihre Gefühle eingestehen können. Weil sie wusste, dass sie keine Chance gegen all die Mädchen, die er haben könnte, hatte.
Aber seine Körperwärme war tröstend und beruhigend. Am liebsten hätte sie ihn nie wieder losgelassen.
„Ich hab dich lieb,“ flüsterte Kato ihr ins Ohr
„Ich dich auch,“ antwortete sie lächelnd.
Nach einem Zögern setzte er hinzu: „Ich liebe dich“
Bevor sie überhaupt richtig realisiert hatte, was er ihr da gerade gestanden hatte, antwortete sie: „Ich liebe dich auch.“
Kato küsste sie sanft auf die Lippen. Als sich ihre Lippen berührten, wurde ihr klar, was er gesagt hatte und was sie geantwortet hatte. Es erschreckte sie.
„.......wie einen Bruder“ kam es über ihre Lippen und Kato erstarrte.
Doch bevor einer von beiden noch etwas sagen konnte, betraten Kira, Karlos und Karsten das Zimmer.
Verwundert sahen die drei zu den beiden. Kato, mit verletztem Gesichtsausdruck und Ungläubigkeit. L’iya, steif und abweisend.
„Hey, L’iya dir scheints ja wieder besser zu gehen,“ versuchte Kira die Stimmung auf zu bessern.
„Hmm, na ja wenn man Freunde hat, die einen regelmäßig besuchen, gibt man sich halt mühe,“ erwiderte sie grinsend. Nach einer halben Stunde gingen alle 4 wieder. Bevor Kato die Tür hinter sich schloss, drehte er sich noch mal zu ihr um. Sie spürte wie er versuchte in ihren Augen zu lesen und schließlich die Tür hinter sich zu machte als er aufgab.
Mit Tränen in den Augen setzte sie sich auf das Bett. Warum hatte sie ihm nicht einfach gesagt, dass sie ihn auch liebte. Sie tat es doch vom ganzen Herzen.
Mit ihrer Hand berührte sie die Lippen, die Lippen auf denen sie eben noch die seinen gespürt hatte und noch einmal spüren wollte.
Er liebte sie. Mehr konnte sie doch nicht wollen. Kato war alles was sie wollte, alles wo nach sie sich jemals gesehnt hatte. Aber sie hatte ihn von sich gestoßen. Mit aller Gewalt. Zu seinem eigenen Schutz. Damit er seine Musik machen konnte. Damit er durch die Welt touren konnte ohne etwas in der Heimat vermissen zu müssen. Damit ihn nichts ablenkte. Damit er sein Leben leben und seinem Weg folgen konnte.
Das wollte sie für ihn, aber das wollte sie nicht für sich. Wie gern sie jetzt seine Arme spüren würde, die ihr halt gaben.
Ein leises Klopfen und die Tür ging auf. Schnell wischte sie die Tränen fort, aber der Arzt sah sie.
„L’iya, was ist denn los?“ Sie erzählte es ihm.
„Er liebt dich wirklich. Ich habe es in seinen Augen gesehen. Du liebst ihn doch auch von ganzem Herzen. Warum stößt du ihn weg? Er würde dir Halt geben und sich um dich kümmern.“
„Das geht nicht. Ich würde seiner Musik im Weg stehen. Ohne sie würde über Kurz oder Lang eingehen. Ohne mich ist er doch viel besser dran.“
Sie schaute den Arzt an.
„Ich habe mich entschieden. Ich will das Kind austragen. Es ist meine Chance auf Liebe. Ich werde es lieben und es wird mich auch lieben. Das wird es doch oder?“ fragte sie hoffnungsvoll.
„Natürlich wird es das.“ Versicherte er ihr. „Aber du weißt, dass ihr beide bei der Operation sterben könnt. Die Chance auf Heilung ist geringer.“
„Ja, ich weiß. Aber ohne es kann ich auch nicht leben.“
Da hatte sie sicher recht. Sie gehörte zu den Menschen, die an dem Schuldgefühl der Abtreibung zu Grunde gehen könnten.
„Was ist mit Kato? Sagst du es ihm?“
„Nein.“ Wieder traten ihr Tränen in die Augen. „Ich kann nicht.“
„Die Operation findet in 2 Tagen statt. Er bezahlt einen Großteil. Vielleicht solltest du es ihm doch sa......“ Er brach ab. Nein, er wollte sie doch nicht unter Druck setzen.
„Du siehst müde aus. Vielleicht solltest du etwas schlafen und wir sehen morgen weiter.“
Sie nickte und legte sich hin. Der Arzt verließ das Zimmer.
Der Schlaf stellte sich nur langsam ein. Der Bluthusten und die Gedanken hielten ihn ab. Doch irgendwann versank sie in einem Traum.
Mit einem Gefühl der Sehnsucht wachte sie auf. Wahrscheinlich kam es von dem Traum. Sie hatte sich gesehen, Kato und ihren anschwellenden Bauch. Und sie hatte seine Liebe gesehen. Zu ihr. Zu dem Kind.
Am Nachmittag kam Kato wieder vorbei. Sie war unsicher wie sie sich verhalten sollte.
Er anscheinend nicht. Kato verhielt sich als wäre gestern nichts passiert.
„Morgen findet die Operation statt.“
„Ich weiß,“ antwortete er. „Weißt du schon, was du danach machst? Willst du wieder allein in das große Haus? Du kannst bei einem von uns wohnen.“
Sie schüttelte den Kopf.
Er schaute ihr kurz in die Augen, wandte seinen Blick aber schnell wieder ab. Es schmerzte. Er wollte sie umarmen, küssen und für immer bei sich haben. Aber sie hatte ihn weggestoßen. Er würde sie zwar für immer um sich haben, aber nur als Schwester. Das linderte den Schmerz ein wenig. Aber eben nur ein wenig.
Sie unterhielten sich weiter bis in den späten Abend und lachten dabei viel.
L’iya wollte es sich nicht eingestehen und ihm nicht ihre Schwäche zeigen. Aber ihre Stärke war aufgebraucht. Aufgebraucht von den vielen Jahren der Einsamkeit in denen sie nur richtig glücklich war, wenn die 4 Jungs mal da waren. Unsicher schaute sie ihn an.
Auch er hatte bemerkt, dass irgendetwas sie beschäftigte, sie bedrückte.
„Kato.......ich habe Angst. Vor morgen. Vor der Operation.“
Überrascht schaute er auf. Das hatte er nicht erwartet. So kannte er sie nicht. Diesen angstvollen Blick.......er hatte sie noch nie so gesehen. Sie war sonst immer so stark. Viel stärker als er.
Er umarmte sie und sie schluchzte in sein Shirt. Beruhigende Wort flüsternd, streichelte er ihr über das Haar.
„Die Operation ist zwar kompliziert, aber der Arzt meinte, dass die Chancen sehr gut stehen. Es wird alles gut,“ flüsterte er beruhigend.
L’iya klammerte sich an ihn. Sie brauchte ihn. Sie hatte ihn schon immer gebraucht. Brauchte seine Stärke und Kraft und Hilfe. Sie brauchte sie in dieser Nacht.
„Kato......bleibst du diese Nacht bitte bei mir.“
Er hörte ihre hoffnungsvolle Stimme. „Natürlich bleibe ich bei dir, wenn du das willst.“
Eng an einander gekuschelt legten sie sich in das Krankenhausbett.
„Ich bin immer für dich da“ flüsterte er ihr leise zu.
Sie lächelte und sank langsam in den Schlaf.
Ein leises „ich liebe dich“ kam von ihren Lippen. Kato wusste nicht, ob sie das bereits im Schlaf sagte, oder nicht. Aber es machte ihn glücklich und er sah dem nächsten Tag voller Hoffnung entgegen mit der auch er einschlief.
Als L’iya am nächsten Morgen aufwachte, lag Kato immer noch neben ihr. Er sah so süß aus, wenn er schlief.
Sanft strich sie ihm eine Strähne aus dem Gesicht und wie als Danke, huschte ein Lächeln darüber. Wenn es nur immer so sein könnte. Aber das ging nicht.
Ihr wurde wieder richtig bewusst wo sie war. In einem Krankenhaus und heute war die Operation. Sie hatte wirklich Angst. Angst um sich und das Kind. Das Kind, das man noch nicht sehen oder fühlen konnte und doch da war. Sollte sie es doch abtreiben? Konnte sie dann vielleicht mit Kato zusammen sein?
Nein, sie würde nie mit den Schuldgefühlen leben können. Und selbst wenn, die Wahrscheinlichkeit, dass Kato wirklich noch Platz für sie neben seiner Band hatte, war fraglich.
Sie musste das Risiko eingehen und dann von hier verschwinden. Außer den Jungs hielt sie ja nichts hier.
Der Arzt betrat das Zimmer.
„Guten Morgen, L’iya. Es ist Zeit.“
„Psst. Er schläft noch.“ Flüsterte sie und schaute ihn noch mal an. Versuchte sich das Bild einzuprägen, wie er friedlich schlief.
Der Arzt schaute zwar etwas verwundert, aber sagte nichts weiter dazu.
Leise verließen sie den Raum.
Auf dem Weg in den Operationssaal erklärte er ihr noch einmal den Ablauf. Die Operation würde in Narkose verlaufen und danach musste sie noch 1 Woche zur Kontrolle im Krankenhaus bleiben.
Sie nickte, wusste aber, dass sie vorher gehen würde. Raus aus dem Krankenhaus und raus aus der Stadt.
Während der Operation saßen Kato, Karsten, Kira und Karlos auf dem Flur und warteten.
Karsten versuchte Kato zu beruhigen. Dieser war der einzige, den Kato eingeweiht hatte, was die Geschehen im Roloco und Krankenhaus betraf. Und er war dankbar einen so verständnisvollen Freund zu besitzen.
Plötzlich kam L’iyas Arzt vorbei gehastet.
„Was ist passiert?“ riefen alle.
„Es gibt Komplikationen. Im Moment sieht es nicht gut aus.“ Antwortete er gehetzt und eilte weiter.
Der Arzt sah selbst ziemlich mitgenommen aus und voller Sorge.
Ihr durfte nichts passieren, dachte Kato. Nicht jetzt und auch nicht später. Sie durfte einfach nicht sterben. Auch wenn der Arzt ausgesehen hatte als ob genau das der Fall wäre.
Kurze Zeit später kam der Arzt mit zwei weiteren und einer Krankenschwestern vorbeigeeilt. Erst jetzt bemerkten die 4 Jungs das Blut am Arzt.
„Das kann doch nicht alles ihr Blut sein, oder?“ fragte Kira besorgt. „Ich meine.....sie hat doch schon so wenig Blut und das sah so, so viel aus.“
Eine halbe Stunde warteten sie noch voller Sorge. Und dann noch eine halbe Stunde. Nach einer weiteren halben Stunde kam der Arzt wieder aus dem Operationssaal.
Er sah recht zufrieden und sehr erleichtert aus.
„Sie leben. Sie leben beide,“ sagte er überglücklich.
Beide? Was meinte er damit, fragte sich Kato und es war Kira der seine Gedanken wieder aussprach.
„Wieso beide?“
Dem Arzt wurde auf einmal bewusst was er in seinem Glück gesagt hatte. Da konnte er sich jetzt nicht wieder rausreden. Ob L’iya es ihm verzeihen würde, wenn er das jetzt sagte?
„L’iya und das......Kind, das in ihr heranwachst. Beide werden es schaffen.“ Antwortete er vorsichtig und schaute zu Kato, gespannt auf seine Reaktion.
Ein Kind? Das bedeutete.......nur er konnte der Vater sein. Sie hatte doch gesagt, dass sie noch nie mit einem anderen Kerl geschlafen hat. Ungläubig schaute Kato zum Arzt.
Kira und Karlos, denen er nichts erzählt hatte, schauten von ihm zum Arzt.
„Von wem ist das Kind? Hat sie doch endlich einen Freund?“ Kira machte eine kurze Pause.
„Kato.......was guckst du so. Es ist doch nicht etwa........das soll doch nicht bedeuten, dass es von dir ist.“
Er sah sichtlich schockiert aus. „Ich meine.......da läuft etwas zwischen euch? Du hast nie so etwas gesagt...und...“
Kato unterbrach ihn. „Wusste sie das? Das sie schwanger ist?“ Forschend betrachtete er den Arzt.
Dieser nickte.
„Warum zum Teufel hat sie nichts gesagt? Warum? Warum verdammt?“ fragte Kato aufgebracht.
Karsten schwieg die ganze Zeit. Nur Kira und Karlos konnten es immer noch nicht fassen.
„Mein Gott, ihr seid tatsächlich zusammen?“ fragte Kira.
„Nein sind wir nicht! Sie wollte mich nicht!“ mit diesen fast geschrieenen Worten, hastete er an seinen Freunden vorbei raus aus dem Krankenhaus. An die frische Luft.
Als L’iya später die Augen aufschlug und benommen um sich schaute, sah sie Karsten, Kira und Karlos. Nur Kato fehlte. Warum?
Sie sahen ihren suchenden Blick.
„Hey, wie geht es dir L’iya?“ fragte Kira und ließ sich neben ihrem Bett nieder.
„Es geht,“ krächzte sie hervor und lächelte immer noch müde.
„Was ist mit L..........?“ setzte sie an, doch in dem Moment schwang die Tür auf und Kato betrat den Raum.
Er sah die anderen mit einem leicht grimmigen Blick an. „Lasst ihr uns mal alleine?“
Es klang nicht wirklich wie eine Frage. Viel mehr wie eine Aufforderung, stellte sie verwundert fest.
Was war los? Es war viel passiert in letzter Zeit, doch was ging gerade in ihm vor?
Die anderen gingen ohne Widerworte und gaben nur kurz noch aufmunternde Worte von sich, bevor sie die Tür hinter sich schlossen.
Kato versuchte ruhig zu bleiben. Er hatte sich jetzt zwei Stunden lang alles durch den Kopf gehen lassen, aber war dennoch zu keinem Ergebnis gekommen. Dafür hatte er eine Kippe nach der anderen geraucht.
„L’iya, warum hast du nichts gesagt?“ fragte er vorwurfsvoll.
Sie sah ihn überrascht an. Was meinte er jetzt? Doch nicht etwa.........
„Ich meine das du schwanger bist...........das hätte doch alles geändert und es ändert alles jetzt.“
Sie konnte seinen Unterton nicht recht deuten. Unglück? Vorwurf? Wut? Sie konnte es nicht sagen, aber es klang auf jeden Fall nicht gut.
„Das ist eine große Verantwortung........so ein Kind.................das macht alles nur noch schwerer.....“
Sie spürte wie Tränen in ihr aufstiegen und versuchte sie zurück zu halten.
„Kato, bitte..........es tut mir doch leid.....ich wollte das nicht..........nichts von dem.........aber........“
„Nein, weine nicht. Bitte, das wollte ich nicht. Es ist nur so.......du bist noch so jung...........und ich bin eigentlich noch nicht bereit Vater zu sein. Es ist schwer mit dieser Situation um zu gehen.......“
Sie konnte ihre Tränen nicht länger zurückhalten.
Es tat ihm weh, sie weinen zu sehen. Er wusste selbst nicht was er da redete. Er liebte sie.......aber ihre Schwangerschaft war eine harte Prüfung für diese. Diese Situation und die damit verbundenen Gefühle überdeckten sein Gefühl für sie. Er hatte einfach keine Ahnung wie er damit umgehen sollte.
Kato wollte das Kind nicht. Er wollte L’iya und selbst das war schon schwierig mit seiner Musik zu vereinbaren, das wusste er. Aber mit dem Kind, das ging einfach nicht. Andererseits konnte er die beiden auch nicht einfach sitzen lassen. Immerhin war es auch sein Kind.
Sie konnte ihre Tränen nicht aufhalten. Immer wieder strömten ihr neue über die Wangen. Mit unsicheren Beinen stand sie auf. Einen Moment schwankte sie leicht, doch schließlich gelang es ihr gerade zu stehen und sie ging zum Fenster. Drehte Kato den Rücken zu und atmete tief durch.
Unsicher drehte sie sich kurz zu ihm um. Sie wusste was sie zu tun hatte.
Kato sah sie nur verwundert an.
„Kato...........du brauchst dir keine Gedanken darum zu machen. Deswegen habe ich es dir auch nicht gesagt. Du lebst für deine Musik. Du kannst nicht ohne sie. Du hättest nicht genug Zeit für die Musik und für uns beide. Das ist dir ebenso klar wie mir.“
Er setzte zum Protestieren an.
„Ach, komm, Kato. Das weißt du. Genau das macht dir Sorgen. Nach einiger Zeit würdest du unser überdrüssig werden und nur noch gezwungen Zeit mit uns verbringen. Und ich will nicht mit jemanden zusammen sein, der das nur aus Pflichtgefühl tut, verstehst du?“
L’iya machte eine kurze Pause. Sie musste es sagen. Eigentlich hatte sie heimlich verschwinden wollen. Nur einen Brief für alle, den sie fanden wenn sie längst unterwegs in eine andere Stadt war, aber es kam immer anders. Nun brauchte sie alle Kraft um ihn das zu sagen, was für sie alle das Beste war.
Sie sammelte ihre ganze Stärke um die nächsten Worten entschlossen und gleichgültig hervor zu bringen.
„Ich werde die Stadt verlassen. Hier hält mich nichts mehr. Ich habe hier keine Familie und auch kein wirkliches Heim. Also werde ich gehen und von vorn anfangen. Es wird vielleicht nicht, aber ich werde es schaffen. Das ist das beste für uns alle.“ Sie endete mit einem missglückten Lächeln.
Kato sah sie stumm an. Er konnte kaum fassen, was sie da gesagt hatte. Das konnte sie nicht ernst meinen. Sollte er seine beste Freundin und seine Liebe, beides auf einmal, verlieren? Nein, das ging nicht.
„Bitte Kato, ich bin noch sehr müde. Lass mich alleine,“ flüsterte sie schwach.
Er wollte etwas sagen. Ihr versichern, dass es noch eine andere Möglichkeit gab, aber er konnte nicht. Er sah in ihr Gesicht und wusste, dass er heute alles nur schlimmer machen konnte. Sie sah wirklich sehr blass aus und brauchte ihre Ruhe.
Kato nickte und wandte sich zur Tür. „Können wir morgen nicht noch einmal darüber geben? Vielleicht gibt es noch einen anderen, einen besseren Weg.“
L’iya sah ihn an und nickte stumm. Sie wusste, dass sie log. Wenn sie ihn noch einmal sah, würde sie es vielleicht nicht schaffen zu gehen.
Kato schloss leise die Tür hinter sich.
„Ich liebe dich“ flüsterte sie in den leeren Raum und setzte sich auf ihr Krankenhausbett.
Ein heftiges Zittern und Schluchzen überfiel sie als sie daran dachte, was das bedeutete.
Sie verlor nicht nur Kato. Nein auch Kira, Karsten und Karlos. Sie bedeuteten ihr auch fiel. Diese 4 Menschen waren immer ihre Lichtpunkte in ihrem Leben gewesen. Die einzigen, die L’iya wirklich gern hatten und mit denen sie immer so viel Zeit wie möglich verbracht hatte. Und jetzt sollte sie sie nie wieder sehen?
„Du wirst der einzige Mensch sein, den ich dann noch habe,“ sagte sie leise zu ihrem Ungeborenen.
Kato verließ aufgewühlt das Krankenhaus. Als er gegen einen Müllkorb trat, fiel er scheppernd um, aber es half ihm sich etwas abzuregen. Er fischte eine Kippe aus seiner Jackentasche und zündete sie an.
„ Hier hält mich nichts mehr,“ wiederholte Kato ihre Worte für sich.
Wie konnte sie so etwas sagen? Was war mit ihm? Und was war mit den anderen dreien? Bedeutete er ihr so wenig? Er dachte, dass sie ihn liebt. Diese Andeutungen und das Geständnis in der Nacht egal ob nun im Schlaf oder nicht. War das kein Grund zu bleiben? War ER nicht Grund genug?
Kato kam an die Kreuzung, wo er sich entscheiden musste ob er zu sich oder Karsten gehen wollte. Der konnte ihm sicherlich helfen wenigstens wieder ein paar klare Gedanken zu fassen, aber sicher wollte er auch Zeit mit seiner Frau verbringen........Kato wollte nicht immer stören.
Bevor er es bemerkt hatte, hatte er 3 Kippen an der Kreuzung geraucht. Schließlich ließ er seine Füße entscheiden wo sie ihn hintragen wollten.
Am nächsten Morgen packte L’iya die paar Sachen ein, die man ihr ins Krankenhaus gebracht bzw. von den Jungs geschenkt bekommen hatte.
Darunter war auch ein Plüsch-Bär, den sie von allen Vieren zusammen bekommen hatte. Sie nahm ihn hoch und drückte ihn an ihr Herz. „Ein Andenken, auch wenn ich sie sowieso niemals vergessen könnte,“ sagte sie wehmütig und ließ ihn in die Tasche gleiten. Hastig wischte sie sich eine Träne weg.
Gerade als sie die Tasche schulterte, schwang die Tür auf, sodass sie sich überrascht umdrehte.
Kato stand dort.
Schnell warf L’iya einen Blick auf die Uhr. Sie hatte sich nicht geirrt. Es war gerade erst um 6.20. Um diese Zeit war Kato nie auf. Warum ausgerechnet heute? Warum ausgerechnet an dem Tag, wo sie verschwinden wollte?
„Du hast gelogen. Du wolltest heimlich vorher verschwinden,“ warf er ihr immer noch aus der Puste vom Laufen vor. Er trat ein und schloss die Tür hinter sich.
„Willst du dich nicht noch mal setzen, damit wir reden können?“
Sein flehender Tonfall und der Blick aus seinen Augen........sie konnte ihm nicht die Bitte abschlagen.
Sie setzten sich beide auf das Bett.
„Kato........es hat keinen Sinn, ich hab mich schon entschie...........“
Er unterbrach sie mit einer Handbewegung.
„Bitte, bleibe hier. Mir zu Liebe, den andern zu Liebe.........und dem Kind zu Liebe.“
Sie holte Luft. Dem Kind zu Liebe?
„Du hattest gestern recht. Es ist schwer unter einen Hut zu bringen. Musik, Freundin und ein Kind. Das ist auch der Grund, warum meine Beziehungen bis jetzt nie lange gehalten haben. Aber es kann funktionieren. Die anderen haben auch Freundinnen. Es ist nicht leicht, dass will ich gar nicht behaupten, aber gemeinsam kann man es schaffen. Wenn man sich wirklich liebt........... Wenn du mich nicht liebst, dann musst du es jetzt sagen, dann werd ich kein weiteres Wort verlieren und dich gehen lassen. Aber wenn du mich liebst, dann hör mich bitte bis zum Ende an, denn ich liebe dich mit meinem ganzen Herzen. Also liebst du mich?“
Beiden spürte die Spannung in der Luft.
Stumm nickte sie, auch wenn etwas widerwillig. Ja sie liebte ihn und sie wollte mit ihm auch zusammen sein, aber sie glaubte nicht, dass es funktionierte.
Auch Kato nickte bestätigend. Er hatte sich diese Antwort erhofft, aber er war sich nicht sicher gewesen ob er sie auch bekam.
„Warum sollte es dann nicht funktionieren? Du bist ja nicht alleine, wenn wir auf Tour sind oder zu Interviews fahren. Die Freundinnen von Karsten, Kira und Karlos haben dich ganz gern und du kannst dich in ihre Unternehmungen einklinken. Du kannst den verpassten Lernstoff nachholen und trotz Kind, das Abi machen. Wenn das Kind da ist, bekommst du einen Privatlehrer. Und wenn ich da bin, werde ich mich um euch kümmern und meine Freizeit mit euch verbringen.“ Er machte eine kurze Pause und sah sie an.
„Glaubst du nicht, dass wir es zusammen schaffen können?“ fragte er auf ihren zweifelnden Blick.
„Das können wir. Karsten und seine Frau schaffen es auch. Und sie ist auch schwanger. Wenn die beiden es schaffen, und das werden sie bestimmt, warum dann auch nicht wir beide?“
Sie lauschte ihm überwältigt. Wie lange er wohl darüber gegrübelt hatte? War das wirklich Kato, der da mit ihr sprach? Das alles entsprach so gar nicht seiner sonstigen Art. Er, der von eine Party zur anderen stiefelte und schon so lange nichts festes mehr gehabt hatte. Es hörte sich alles viel zu einfach, zu schön an.
Mühsam schluckte sie. „Willst du das denn wirklich? Oder ist es nur das Pflichtgefühl, dass dich das sagen lässt?“
„Ja, ich will es wirklich.“ Er konnte es nicht verhindern, dass seine Stimme leicht unsicher klang. Er konnte sich einfach nicht vorstellen, wirklich Vater zu werden auch wenn der Gedanke ihn nicht mehr so erschreckte, sondern ihn irgendwie auch freute. Aber es war einfach zu früh. Andererseits liebte er L’iya wirklich und war sich sicher, dass er das Kind auch lieben würde.
Sie sahen sich an. Beide sahen die Unsicherheit des anderen in den Augen. Wie sollte es nur weitergehen?
Sie hatte es gewusst. Wenn er bei ihr war und sie bat zu bleiben, fiel es ihr schwerer zu gehen, obwohl es ihr schon so nicht leicht fiel. Aber L’iya glaubte nicht, dass es so klappen würde, wie er es sich vorstellte. Auch wenn er es sich wirklich vor nahm. Dafür kannte sie ihn zu gut. Vielleicht würde es aber anders klappen.
„Weißt du Kato, wir glauben doch beide nicht, dass es wirklich so klappt. So ganz sicher klang deine Antwort nicht. Und ich will das Kind. Verstehst du? Es ist alles was ich habe. Du willst noch nicht Vater sein und es war auch nicht dein Fehler damals sondern meiner. Es gibt also keinen Grund dich schuldig oder verantwortlich zu fühlen. Irgendwann findest du eine Frau, die du wirklich liebst und die dich ebenso liebt und vielleicht ist dann der richtige Zeitpunkt, aber jetzt ist er noch nicht.“
Sie bemerkte, wie ihr Inneres und ihre Hände bei diesen Worten zitterten und verschränkte sie in einander.
„Was ich sagen will ist, dass ich entweder hier bleibe und wir es als Freunde versuchen oder die Stadt verlasse und es für uns alle leichter mache. Es ist einfach der beste Weg.“
Er wusste, dass es keinen Sinn hatte zu streiten und sie hatte ja recht. So sehr er sich auch wünschte, dass es nicht so wäre.
„Ich möchte, dass du bleibst. Es wird nicht leicht dich zu sehen und nur Freunde sein, aber ich möchte dich nicht ganz verlieren. Und wenn das Kind zur Welt kommen soll, dann trag ich doch eine gewisse Verantwortung und möchte ihn wenigstens manchmal sehen.“
Sie nickte. „Also werde ich bei mir wohnen und wir werden sehen, wie es sich entwickelt.“
Auch Kato nickte, aber sie waren noch so unsicher wie zuvor.
Als die anderen kamen um Kato für die Bandprobe abzuholen, saßen die beiden Arm in Arm und schienen sich gegenseitig festhalten zu müssen.
„Wir wollen euch ja nicht aus einander reißen, aber kommt ihr zur Probe?“
Ihr? Hatte sie das richtig gehört?
„Nun kommt ihr beiden. Los, L’iya, du auch.“
Gemeinsam gingen sie zur Probe. Während sie sich warm spielten, kuschelte sie sich auf das Sofa in dem Raum und machte es sich bequem. Sie hätte gerne eine Kippe geraucht, aber das ging ja nun nicht mehr. Sie würde einige Dinge in ihrem Leben ändern müssen. Die Schule.......sie hatte so viel verpasst......so würde sie sie nicht schaffen. Aber wenn Kato ihr wirklich einen Privatlehrer bezahlen würde........sie wollte später einen vernünftigen Job haben um für sich und das Kind sorgen zu können.......und die Schulden bei Kato und ihrem Arzt abbezahlen zu können. Ihr fiel ein, dass sie ihm gar nicht bescheid gesagt hatte, sondern einfach mit den Jungs gegangen war. Sie würde nachher anrufen.
Jetzt klang Kato’s Stimme in ihren Ohren. Sanft, melodiös............. Man konnte in ihren Songs versinken.
Er lächelte ihr zu.
I wish you were here tonight with me to see the northern lights
I wish you were here tonight with me
I wish I could have you by my side tonight when the sky is burning
I wish I could have you by my side
----- -----
Turn around
You will find me to guide you
Everywhere that you go
Turn around
You will find me behind you
Oh, cuz I ain't going anywhere, you know
Call me your lover
So if you believe that loneliness is breKirang you, oh yeah
So this place is the right one where I'm gonna take you to
Sie lauschte einem Lied nach dem anderen und spürte wie glücklich sie war. Mit ihren Freunden. Mit IHM. Glücklich wie sie lange nicht mehr war. All die Sorgen waren für diesen Moment vergessen.
Ihre Blicke trafen. Ein Blick voll gegenseitiger Zuneigung.
What Ever
5 Jahre später
L’iya räumte gerade die letzten Teller in den Schrank als es klingelte. Als L’iya die Tür aufmachte, stand Kato davor. Sie begrüßten sich mit einer Umarmung.
„Hey, Kato, wie geht’s?“
Doch bevor er die Gelegenheit bekam zu antworten, kam der kleine Johannes angelaufen.
„Onkel Kato! Onkel Kato!”
Kato beugte sich lächelnd zu dem Kleinen hinunter.
„Na, Kleiner, ist deine Mutter auch immer schön brav und macht was du sagst.“
Johannes nickte nur während L’iya Kato einen kleinen Klaps gab. „Bring ihn nicht noch auf falsche Gedanken,“ meinte sie rügend und grinsend zu gleich.
„Soll ich dir mal mein neues Spielzeug zeigen?“ Und schon griff der Kleine nach Katos Hand und zog ihn in sein Zimmer.
Dieser machte eine Geste der Hilflosigkeit und schmunzelte. Sie winkte und schaute hinter den beiden her.
Es war alles so gekommen, wie sie es ausgemacht hatten. Sie waren noch sehr gute Freunde und wenn er Zeit hatte, schaute er nach seinem Sohn. Auch wenn Johannes nicht wusste, dass Kato sein Vater war. Aber würde er verstehen, warum es so war, wie es ist?
So wie es jetzt war, war alles gut. Die Besuche, die Freundschaft, auch zu den anderen der Band und ihren Frauen. Am Anfang war es schwieriger gewesen. Es gab Zeitpunkte wo sie gemerkt hatte, dass Kato es doch gerne mit einer Beziehung versuchen würde. Aber sie wollte nicht, dass ihr Sohn einen Vater hatte, den er später sowieso verlor und so gut wie nie zu Gesicht bekam.
Also hatte sie sich nach einiger Zeit einen netten Freund gesucht. Freilich, sie hatte ihn nicht geliebt auch wenn sie ihn gern hatte, aber es war der beste Weg Kato zu zeigen, dass es okay war, wenn er sich eine Freundin suchte. Sie hatte ihren Freund irgendwo ausgenutzt, dass wusste sie, aber es war der beste Weg gewesen und es hatte funktioniert.
Danach hatte Kato mehrere Freundinnen gehabt. Die Beziehungen waren aber alle recht kurz gewesen. Erst mit seiner jetzigen Freundin war er schon länger zusammen. 8 Monate.
Sie ging zum Zimmer ihres Sohnes und schaute vorsichtig herein. Wer wusste, was die Beiden jetzt schon wieder ausgeheckt hatten.
Peng!
Ein Pfeil mit Saugnapf klebte an ihrer Stirn.
Sie blinzelte überrascht und sah Kato und ihren Sohn auf dem Bett sitzen. Beide lachten. Auch sie grinste und zog den Pfeil ab.
War ja klar, dass Kato geschossen hatte. Manchmal fragte sie sich echt, wer von den Beiden das größere Kind war.
„Komm Großer, wir gehen Hände waschen.“ Dabei sah sie ihren Sohn auffordernd an. „Mal schauen, ob das Kleinkind, dass alleine kann.“ Johannes ging zu seiner Mutter und lachte über Kato, sichtlich stolz, dass er als erwachsener bezeichnet wurde.
Kato setzte ein schmollendes Gesicht auf und sah L’iya direkt an.
Sie grinste. „Na dann komm. Ich helfe dir auch beim Hände waschen.“
Nachdem sich alle die Hände gewaschen hatten, setzten sie sich an den Tisch. Es gab Eis und fast wie in einer glücklichen Familie wurde am Tisch gespaßt und gelacht.
„Willst du noch etwas spielen gehen?“
„Darf Kato auch mit kommen?“
„Lass den kleinen Kato mal mir für eine Weile, ja?“
„Okay.“ Mit diesen Worten ging Johannes alleine in sein Zimmer.
„Also Kato, was ist los? Ich seh doch, dass es dir nicht wirklich gut geht.“
Er nickte. Sie durchschaute ihn immer noch. Er konnte ihr nur weniges verheimlichen.
„Was ist es? Was bedrückt dich? Du weißt doch, dass ich immer für dich da bin.“
Kato wusste das, aber er wollte seine Sorgen nicht immer bei ihr abladen. Vor allem diese nicht. Auch wenn sie ihn wie kein anderer verstand.
„Wofür sind Freunde sonst da?“ antwortete sie sanft auf seine Gedanken.
„Wir haben uns gestritten. Am Ende meinte sie, dass sie mich ja doch nur ausgenutzt und betrogen hat.“
Sie sah in seine traurigen Augen. Warum erwischte er immer nur solche. L’iya hatte sie von Anfang an nicht ausstehen können, aber er schien sie wirklich zu mögen und so hatte sie gehofft, dass es noch etwas halten würde. Am Anfang hatte sie Kato genau davor gewarnt. Dass diese Frau ihn nur benutzte. Aber nun war es zu spät.
„Ich weiß, dass hast du mir von Anfang an gesagt, aber ich wollte nicht auf dich hören. Aber vielleicht habe ich sie auch etwas benutzt. Ich weiß es nicht. Vielleicht ist es das, was es für mich nicht ganz so schmerzhaft macht.“
Sein intensiver Blickkontakt verwirrte sie etwas.
Er rang sich ein Lächeln ab. „Ich geh noch einmal hoch zu dem Kleinen, okay?“
„Mach das. Kann ich euch beide etwas alleine lassen OHNE das ihr irgendetwas anstellt? Ich muss noch etwas abholen.“
„Mach dir um uns keine Sorgen, wir sind zwei erwachsene Männer und kommen auch gut klar, wenn man uns ein paar Minuten alleine lässt.“
„Ahja...“ erwiderte sie belustigt und besah den schmunzelnden Kato mit einem belustigten Blick.
„Nun das werden wir sehen, wenn ich wieder da bin.“ Sie nahm sich ihre Jacke und verließ das Haus.“
Kato ging zu Johannes und schleuderte ihn eine Runde durch die Luft, was diesen vor Freude Juchzen ließ.
„Deine Mutter ist kurz weg. Was wollen zwei Männer wie wir in der Zeit anstellen, hm?“
„Gucken Männer Video, Onkel Kato?“
„Klar.“
„Gut. Dann will ich Video schauen.“
„Na dann wollen wir mal schauen, wo deine Mutti die versteckt hat.“
Er ging in L’iyas Schlafzimmer und schaute in den Schrank aus dem sie auch sonst immer die Videos nahm.
Ein einzelnes stand abseits. Verwundert nahm er die raus.
„Was ist denn da drauf? Wollen wir uns die anschaun?“
„Nein. Die darf ich mir nicht anschauen. Mama schaut die nur, wenn sie alleine ist und manchmal weint sie dann.....“
Sie weinte? Was konnte darauf sein, dass L’iya die Tränen kam. Auch wenn es einen Einschnitt in ihre Privatsphäre bedeutete, wollte er wissen, was da drauf ist.
„Ich will Aladdin sehen.“ Und schon hatte der Kleine das Video herausgenommen.
„Aber den hast du doch schon hunderttausend mal gesehen.“
„Ich mag ihn,“ erwiderte er nur starrsinnig.
Seufzend überlegte er, von wem er diese Sturheit hatte. Wenn er genau nachdachte, kamen sie beide dafür in Betracht.
„Du bist doch schon ein großer Junge. Dann kannst du bestimmt auch das Video schon allein einlegen.“
Johannes nickte eifrig und eilte in die Stube um es zu versuchen.
In der Zeit legte Kato das Video in den Schlafzimmerfernseher ein und was er dort sah, verschlug ihm den Atem.
Das waren sie. Alle 4 Jungs von der Band. Privataufnahmen, die sie gemacht hatten. Auf einigen sah man auch L’iya. An der einen Stellen hielt er sie ganz fest im Arm und es sah aus, als wären sie wirklich ein Pärchen gewesen.
Ein trauriges Lächeln huschte über sein Gesicht.
L’iya schloss die Tür auf und wurde von einem Lachen aus dem Wohnzimmer begrüßt.
Sie stellte die Einkaufstüten in der Küche ab und betrat die Stube.
Es lief gerade das Ende von Aladdin. Grinsend drehten sich ihre beiden Jungs zu ihr um.
„Mama, Onkel Kato und ich gucken gerade Aladdin.“ Und schon widmete sich ihr Sohn wieder dem Film.
„Wenn er zu Ende ist, gibt es Abendbrot. Hände waschen nicht vergessen.“
Mit diesen Worten verschwand sie in der Küche um Essen zu machen.
20 Minuten später saßen sie am Tisch und aßen.
„Wie lange bleibst du?“ fragte L’iya gut gelaunt.
„Ich weiß nicht genau, aber wohl ne ganze Weile. Wir haben hier einige Termine.“ Gleichzeitig musste er an das Video denken. Er verstand nicht. Immer wenn er zu Besuch kam, war es als würde er seine Familie besuchen. Eine glückliche Familie von der er immer mit einem Lachen begrüßt wurde. Aber sie weinte.....?
„Mami, ich bin fertig und will meine Serie gucken. Darf ich gehen?“
Sie wendete sich wieder Johannes zu. „Ja, geh doch Kleiner. Aber vergesse das Hände waschen nicht.“
„Jaaa“ rief er im hinaus laufen.
Lächelnd schaute sie ihm hinter her. Sie hatte nie einen Menschen so sehr geliebt wie ihn, ihren Kleinen. Nur einen hatte sie noch geliebt, liebte sie vielleicht noch. Sie wusste es gar nicht so genau. Wollte gar nicht darüber nachdenken. Solange sie alle glücklich waren, war es okay.
„Und wie läuft es mit deinem Job?“ unterbrach Kato ihre Gedanken und war neugierig was ihr durch den Kopf gegangen war.
„Sehr gut. Man hat mir wieder einen größeren Auftrag überlassen. Leider bedeutet das auch Überstunden....“
Sie schaute ihn lächelnd an. „Möchtest du noch etwas Wein oder lieber ein Bier?“
„Ein Bier, du auch?“ Kato stand auf und ging zum Kühlschrank.
„Auch ein Bier, danke.“ Sie begann das Geschirr zusammen zu räumen.
„Vielleicht kannst du das Geschirr stehen lassen und wir schauen noch etwas Fernseh?“ fragte Kato ganz lieb. Er wusste selbst nicht warum ihm heute alles anders vor kam als sonst. Als wäre da etwas......aber was? Vielleicht lang es auch daran, dass seine Ex-Freundin ihm so weh getan hatte. Er gab es nicht gerne zu, aber es war so.
„Gute Idee, aber du könntest mir auch helfen und wir schauen danach TV.“ Auch L’iya merkte, dass heute etwas anders war. Lag es daran, dass es so lange her war, dass Kato das letzte mal da gewesen war? Dass er jetzt vielleicht wieder öfter vorbei schauen würde, wo er solo war? Sie konnte es nicht sagen.
Zusammen machten sie den Abwasch. Wenn sie mit einem Teller fertig war, reichte sie ihm ihn und er trocknete ab. Zwischendurch berührten sich manchmal ihre Hände und sie spürte, wie sehr sie sich danach sehnte, wieder einen Mann um sich zu haben.
Nachdem sie fertig waren, gingen sie zusammen in das Wohnzimmer und schalteten einfach den nächstbesten Film an.
„Hast du nicht Lust mit uns allen weg zu gehen. Die anderen Jungs nehmen ihre Frauen bzw. Freundinnen mit und ich hab keine Lust, der einzige zu sein, der alleine kommt.“
„Gerne. Wann denn?“ Innerlich schmunzelte sie über seine Art. Auch wenn das jetzt zickige Freundinnen vielleicht so aufgefasst hätten als wären sie nur Ersatz, was durch aus schon vorgekommen ist, wusste sie was er wirklich meinte. Das er sie gerne dabei haben würde.
„Morgen Abend.“
„Ich muss vorher, aber noch jemanden für Johannes finden. Wenn das klappt, bin ich dabei.“
Sie grinsten sich an. „Wie in den alten Zeiten, was?“ sagten sie gleichzeitig und brachen in Lachen aus.
Danach konzentrierten sie sich etwas mehr auf den Film. Während L’iya noch versuchte zu verstehen worum es darin ging, merkte sie, wie ihr langsam die Augen zu fielen.
Kato sah L’iya von der Seite an, da sie schon eine Weile nichts gesagt hatte, und musste feststellen, dass sie eingeschlafen war. Eigentlich fand er das schade, weil er nicht oft Zeit mit ihr verbringen konnte, aber dann dachte er auch daran, was sie alles zu tun hatte. Zur Arbeit gehen, sich um Johannes kümmern und den Haushalt machen.
Er strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht und merkte wie ihr Kopf auf seine Schulter sank. Als er ihr leicht über die Wange streichelte, huschte ein Lächeln über ihr Gesicht. Es dauerte nicht lange bis Kato auch einschlief.
Als L’iya in der Nacht erwachte, schaute sie kurz verwirrt bis sie merkte, dass es Kato war, an dessen Schulter sie lehnte und der einen Arm um sie gelegt hatte. Unwillkürlich musste sie lächeln. Er sah so süß aus, wie er da so friedlich lächelnd schlief.
Sie genoss die Nähe eines anderen Menschen wieder um sich zu spüren und auch wenn sie wusste, dass es allem, was sie sich damals versprochen hatte, widersprach, kuschelte sie sich enger an ihn und schlief weiter.
Jemand zupfte ihr am Ärmel. Müde öffnete sie die Augen.
„Mami, ich habe Hunger. Machst du Frühstück.“
Blinzelnd schaute sie sich um. „Ja, ich mach uns gleich etwas.“
Nachdem der kleine Johannes gehört hatte, was er hören wollte, kletterte er auf das Sofa zu Kato.
Kato? Sie bemerkte, dass sie immer noch in seinem Arm lag. Gerade als ihr Sohn ihn weckte, machte sie sich aus seiner Umarmung los.
So merkwürdig die Situation auch war, brachte sie ein fröhliches Guten Morgen und ein Lächeln zu Stande.
Sie wartete gar nicht auf seine Antwort sondern machte sich schnell im Bad frisch und zog sich etwas anderes an. Johannes würde sich schon um Kato kümmern.
Während sie Frühstück machte, dachte sie nach. Warum sehnte sie sich immer danach einen Mann zu haben, wenn Kato da war? Jemand der mit ihr Johannes aufzog. Eigentlich sollte er einen Vater haben. Andererseits wollte sie nicht, dass sich jemand in ihr Leben einmischte und sie beschränkte. Sie genoss ihre Unabhängigkeit und Freiheit. Es verwirrte sie einfach nur, dass Kato jetzt wieder frei war. Aber frei für wen? Sie waren doch nur gute Freunde.
„L’iya?“ ertönte Katos Stimme hinter ihr.
Vor Schreck schnitt sie sich in den Finger. „Mensch, erschreck mich nicht so.“
Sie wollte gerade das Blut einfach aufsaugen als Kato schnell ihre Hand unter Wasser hielt.
„Tut mir leid, das wollte ich nicht.“
„Schon okay.“
Sie spürte wie dicht er hinter ihr stand und drehte sich leicht zu ihm um.
„So zur Strafe musst du jetzt das Frühstück machen.......“
„Okay...“ Er schnitt die Tomaten weiter.
Sie sah ihn überrascht an. „ohh... Seid wann kannst du das denn? Hast du dir dabei nicht sonst immer die Finger abgehackt?“
„Tja, auch ich bin lernfähig,“ grinste stolz.
Zusammen machten sie Frühstück und holten dann Johannes zum Essen.
„Stört es dich, wenn deine Mutti heut Abend weggeht und Lizzie von nebenan auf dich aufpasst?“ fragte L’iya an ihren Sohn gewandt.
„Kann nicht Onkel Kato aufpassen?“ fragte er mit großen Augen, die ihr Herz sofort weich werden ließen.
„Tut mir Leid, Kleiner. Deine Mutti und ich wollten mit ein paar Freunden weg. Dürfen wir?“
Johannes sah von einem zum anderen.
„Nagut.“
Kato sah belustigt zu L’iya, die ebenfalls schmunzelte.
Als sie zusammen Abwasch machten, lächelte Kato vor sich hin. „Er ist echt süß. Ich liebe den Kleinen.“
L’iyas Herz schlug etwas schneller. „Er liebt dich auch. Ich glaube du bist sein größtes Vorbild. Er gibt auch immer vor seinen Freunden mit dir an.....“
Kato schaute sie überrascht an.
„Nicht, weil du Sänger bist, sondern einfach wie du bist.“
Er wurde etwas rot und brachte damit L’iya zum Lachen. „Wie süß.“
Plötzlich kam der kleine Johannes wieder reingestürmt.
„Mami......ich hab noch was vergessen.“ Er reichte ihr einen Zettel.
„Wir sollen unsere Daddys mit in den Kindergarten nehmen. Kann Kato nicht mitkommen. Die andern fragen sonst wieder danach warum mein Papa nicht mitkommt.“ So unschuldig seine Frage auch klang....
L’iya stand wie erstarrt da. Sie hatte immer gedacht, dass es nicht unbedingt einfach ist ohne daddy auf zu wachsen, aber ihr Kleiner hat noch nie darüber unglücklich gewirkt. Das ihn das aber vor den anderen etwas komisch war, hatte sie nicht bedacht.
„Wann ist das denn?“ fragte Kato.
„Diesen Montag.“
„Ich wird ein paar Termine verschieben und mit kommen, okay.“ Er bückte sich zu Johannes und wuschelte ihm durch die Haare.
„Dankeee!“ Der fiel ihm in die Arme und küsste ihn auf die Wange und rannte dann fröhlich aus dem Zimmer.
Kato sah zu L’iya. Sie wirkte immer noch in Gedanken.
„Alles in Ordnung?“ fragte er besort.
„Ja, nein, ich denke schon. Ich frage mich nur manchmal, ob ich nicht doch einen Fehler gemacht habe ihn so aufwachsen zu lassen.“
„Aber warum denn? Schau doch, wie glücklich der Kleine ist. Er hat es sehr gut.“ Kato nahm sie kurz tröstend in den Arm, dann beendeten sie den Abwasch.
„Und vergiss nicht, dass er rechtzeitig ins Bett kommt. Egal wie er wieder versucht es hinaus zu zögern. Meine Handynummer liegt auf dem Küchentisch....“
„Ich weiß. Gehen Sie ruhig. Ich mach das ja nicht zum ersten Mal. Wir verstehen uns gut, nicht Johannes?“ Der nickte.
L’iya gab ihm einen Kuss auf die Wange und verließ dann zusammen mit Kato das Haus.
Sie brauchten ein Ende bis zur Bar, wo sie mit den anderen verabredet waren.
Alle begrüßten sich gegenseitig. Sie musterte Karstens Frau. Diese war schon wieder schwanger. Das dritte Kind und sie wirkten immer noch frisch verliebt.
Während sich die Männer über Musik unterhielten, redeten die Frauen über ihre Arbeit und verglichen ihren Aufwand sich um den Haushalt zu kümmern.
Es war eine fröhliche Runde. Kira und seine Freundin wollten tanzen und Karloss Freundin tanzte mit Karsten. Das sorgte nicht für Eifersucht, dazu waren sie alle zu gut miteinander befreundet.
Jetzt saßen nur noch Kato, Karlos und Karstens Freundin mit am Tisch. L’iyas Blick wanderte aber immer wieder zum Nachbartisch. Sie wurde das Gefühl nicht los, dass sie der Typ anstarrte. Nicht das er schlecht aussah. Ganz im Gegenteil. Er war recht attraktiv, aber das bedeutete ihr nicht viel.
Sie widmete sich wieder dem Gespräch am Tisch.
„Würden sie mit mir tanzen?“ Überrascht schauten sie alle den Mann vom Nachbartisch an, der aber nur Augen für L’iya hatte.
Sie schaute die anderen fragend an. Diese nickten grinsend und ermutigend.
Kato schaute zu, wie die beiden tanzten. Ihre Bewegungen wirkten für ihn anmutig. Er hatte schon vorher gesehen, dass der Typ sie immer zu angeschaut hatte. Es passte ihm nicht, dass die beiden jetzt tanzten. Nicht, dass er ihr das nicht gönnte.........aber........er wollte sie beschützen, vor Typen die ihr das Herz brechen würden. Am liebsten würde er mit dem Kerl tauschen.
Es machte Spaß zu tanzen. Auch wenn sie es sich nur ungern eingestand, würde sie aber noch lieber mit Kato tanzen. Sie überlegte wann sie zuletzt mit einem Mann geschlafen hatte. Es war schon eine weile her. Nicht oft, aber hin und wieder hatte sie sich mit einem für eine Nacht eingelassen. Sie hatte es nie geschafft einen zu lieben. Der Grund war ihr unbekannt, auch wenn sie es ahnte, aber nicht wahr haben wollte. Sie versuchte solche Gedanken zu verdrängen, es gab wichtigeres, und das klappte auch die meiste Zeit.
Die Hand des Typen wanderte immer tiefer und so langsam wurde es ihr unbehaglich. Jetzt, lag seine Hand direkt auf ihrem Po und er zog sie dichta zu sich um sie zu küssen. Sie stämmte sich dagegen.
Nein, das wollte sie nicht. Vor allem wenn Kato da war. Doch der Typ versuchte es nochmal.
„Hey, lass sie gefälligst los. Siehst du nicht, dass sie nichts von dir will.“
„Du bist doch nur eifersüchtig, kleiner Zwerg!“ Mit diesen Worten zog er sie noch dichter an sich.
Wooms. Der Schlag in die Fresse hatte gesessen. Der Typ war auf dem Boden gelandet und rieb sich seinen Kiefer.
Kato sah auf ihn hinunter und blickte dann zu L’iya. Die sah ihn an und zitterte etwas.
Er nahm sie in den Arm. „Ist ja gut.“ Flüsterte er. Sie nickte.
Eigentlich hätten sie sich wieder loslassen können, aber sie genossen es. Sie legte ihren Kopf auf seiner Schulter ab und sie bewegten sich zu der langsamen Musik.
„L’iya.........ich, ich............“
Sie legte einen Finger auf seine Lippen und sah ihm in die Augen. Danach lehnte sie sich wieder bei ihm an.
Es war wunderschön. Sie genossen das Gefühl. Die Wärme eines anderen. Jemanden dem sie vertrauen konnten. Doch irgendwann kamenhörten die Kuschellieder wieder auf und sie lösten sich langsam von einander. Ein gegenseitiger Blick in die Augen. Die Gefühle waren nie wirklich verschwunden.
Sie kehrten zurück an den Tisch. Jeder in Gedanken.
„So ihr beiden. Wir wollen los. Was meint ihr?“
Sie nickten und alle verließen das Lokal. Die anderen fuhren mit Taxi nach Hause. So gingen sie alleine durch die Straßen von Hellsinki.
L’iya frierte etwas. Er nahm ihre Hand und streichelte sie sanft. Händchen haltend kamen sie vor Kato’s Wohnung an.
„Willst du noch mit reinkommen und einen Kaffee trinken?“
Sie nickte und sie gingen hoch in seine Wohnung.
Während sie sich auf’s Sofa setzte, machte er Kaffee.
Er kam mit 2 Tassen wieder und setzte sich ihr gegenüber hin. Sie sprachen kein Wort.
Er legte seine Hand auf die ihre und beugte sich zu ihr rüber. Sanft küsste er sie. Sie brauchten einander.
Sie ging um den Tisch herum und er nahm sie in die Arme. Sie küssten sich erneut und L’iya spürte seine Hand auf ihrem Rücken liegen.
Dieser Moment dauerte an. Bis sie so weit waren einen Schritt weiter zu gehen. Seine Hände wanderten unter ihr Shirt und auch ihre waren unter seinem Oberteil. Das alles ging ganz langsam.
Danach lagen sie neben einander im Bett.
Leise sagte Kato „Ich liebe dich“ „Ich liebe dich auch.“
Eng aneinander gekuschelt schliefen sie ein.
Als L’iya am nächsten Morgen aufwachte, sah sie sich verwirrt um. Kato’s Wohnung. Und Kato lag neben ihr. Sie hatten die Nacht miteinander verbracht und es war einfach unglaublich schön gewesen. So voller Liebe.
Sie bemerkte, wie Kato sie beobachtete.
„Guten morgen. Was geht dir durch den Kopf.“
„Morgen. Ich überlege ob es vielleicht ein Fehl.......“
„Sag das nicht. Es war so wundervoll. Oder war es das für dich nicht?“ sagte er sachte
Sie schüttelte den Kopf. „Doch das war es, aber......“
„Warum aber? L’iya ich liebe dich von ganzen Herzen. Und ich liebe auch Johannes. Wir könnten eine Familie sein. Bitte.......“
Ihr kamen Tränen.
„Warum weinst du?“ fragte er traurig.
Sie schüttelte den Kopf. „ Es ist nur.........das klingt so schön ........und einfach.“
„Wollen wir es nicht versuchen?“
Sie nickte. Er nahm sie in den Arm. „Kato........ich bin so glücklich.“ Sie fiel ihm um den Hals und er war überrascht.
Er hatte selten einen solchen Gefühlsausbruch bei ihr erlebt. Tränen der Freude rannen über sein Gesicht.
„Hab ich mich damals falsch entschieden und alles kaputt gemacht?“ fragte sie verzagt.
„Nein. Damals war ich noch nicht bereit für eine Familie. Es hätte mit uns beiden wegem dem Streß wahrscheinlich nicht geklappt. Jetzt sind wir älter und reifer.“ Er streichelte über ihren Rücken.
Sie gab ihm einen Kuss auf die Wange und dann küssten sie sich zärtlich.
Blue
Ein Jahr später
Das Haus wirkte leer ohne Kato. Er fehlte ihr. Er war jetzt seit 3 Monaten auf Tour und würde zum Glück bald wiederkommen. Selbst Johannes schien ihn jetzt noch mehr zu vermissen als früher, wo sie noch nicht zusammen gewesen waren. Damals hatten sie sich gefreut, wenn er vorbeikam, doch jetzt war es mehr so, dass er ihnen mehr fehlte, weil sie es gewöhnt waren, dass er da war. Er war ein festerer Teil ihrer Familie geworden. Jetzt schien die Stimmung im Haus manchmal etwas gedrückt.
Johannes schien sich sehr zu freuen, dass Kato und sie jetzt zusammen waren. Manchmal nannte Johannes ihn sogar Papa. Einfach weil er so etwas für ihn war. Sie hatten ihm noch nicht erzählt, dass Kato sein wirklicher Dad war. Sie wollte damit warten bis es sicher war, dass die Beziehung wirklich hielt.
Sie konnte sich einfach nicht vorstellen, dass sie jetzt wirklich eine so glückliche Familie waren. Was war, wenn Kato jetzt doch noch ein Mädchen kennen lernen würde, dass er mehr liebte. Johannes würde es nicht verstehen. Sie konnte nicht zu lassen, dass er, wo er endlich einen Dad hatte, ihn wieder verlor. Deswegen wartete sie bis er älter war um ihm dann zu erzählen, dass er sein Papa war.
Am Anfang war es auch mit der Beziehung problematisch gewesen, weil die Medien es nach einiger Zeit herausgefunden hatten und sie regelrecht belagert hatten. Dass hatte ihre Liebe sehr belastet, aber sie hatten es geschafft. Und zum Glück hatten sie auch nicht herausgefunden, dass Johannes Katos Sohn war. Sie wollte nicht, dass er es aus den Medien erfuhr, sondern wollte es ihm selbst irgendwann sagen.
„Mama!“ Johannes kam die Treppe runter gelaufen und warf sich in ihre Arme. Sie saß auf der Couch wodurch sein Schwung sie noch tiefer in die Kissen drückte.
„Mensch, du bist aber gewachsen mein Kleiner. Du wirst mit jeden Tag größer. Bald bist du größer als Kato.....“ begrüßte sie ihn lachend.
Es folgte ein niedliches Kichern und am liebste hätte sie ihn geknuddelt und nie mehr losgelassen. Sie liebte diesen kleinen Mann.
„Na, was gibt’s denn.“
„Meine Kindergartenerzieherin meint, dass ich Ähnlichkeit mit Papa.....Onkel Kato hab. Hannah sagt das auch. Sie meinen ich hab die gleiche kleine Stupsnase und die gleichen grünen Augen. Findest du auch, dass ich ihm ähnlich sehe?“
Sie schaute ihn überrascht an. Was sollte sie denn dazu sagen? Sie wussten doch nicht, dass er sein Sohn war. Und vor allem würden sie es ihm doch nicht sagen, oder? Ach.....sie sollte sich nicht zu viele Gedanken machen.
„Sie haben recht. Du bist genauso hübsch wie er. Nein, du bist sogar noch viel hübscher und vor allem niedlicher.“ Dann begann sie ihn durch zu kitzeln und der Kleine kringelte sich auf ihrem Schoss.
Ein paar Tage später saß sie am Tisch und trank ihren Morgenkaffee. Während sie in der Zeitung blätterte, hörte sie Johannes zufrieden seine Cornflakes kauen. Als sie die Überschrift las, ließ sie vor Schreck die Tasse fallen.
‚Hat Kato Ynathi von The Rasmus einen Sohn oder ist die Ähnlichkeit nur zufällig?’
Oh mein Gott, wie war das nur passiert.
„Mami......was ist?“
„Ähm nichts. Ich hab mir nur die Zunge verbrannt und vor Schreck die Tasse fallen lassen.“
„Dann musst du pusten......“
„Danke. Das werd ich das nächste mal machen.“ Sie wischte schnell die Bescherung auf und las sich dann den Artikel durch.
Sie erwähnten die Verbindung zwischen den Namen, die äußere Ähnlichkeit, aber sie nannten nicht den Nachnamen oder seinen Kindergarten. Aber es hieß, dass sie mit ihm reden musste. Heute.
„Sag mal......was hälst du davon, wenn ich heute freinehme und wir zu zweit einen Tag verbringen?“
„Wir basteln aber heute im Kindergarten etwas zum Nikolaus für unsere Daddys. Für dich hab ich schon was gebastelt.“
„Was hälst du davon, wenn wir beide was zusammen basteln?“
„Ja? Juchhu.....“
„Okay, dann machen wir das.“
Sie machten sich einen gemütlichen Tag zu Hause. L’iya wartete immer noch auf einen günstigen Moment um es Johannes zu sagen. Der Stiefel aus rotem Papier, weißer Watte und kleinen Motiven von Rentieren war fast fertig.
Sie versuchte sich ein Herz zu fassen.
„Du magst doch Kato, oder?“
„Ja, natürlich. Ich hab ihn ganz doll lieb. Warum?“ fragte er unschuldig und schaute kaum von seiner Zeichnung auf, die er in den Papierstiefel machen wollte.
„Hättest du ihn gern als Daddy?“ Ihr wurde zunehmend unbehaglicher. Bitte, lass alles gut ausgehen. Lass Johannes es verstehen.
„Jaa! Ich hätt ihn gern als Daddy. Er geht mit mir in den Zoo, spielt mit mir und holt mich manchmal vom Kindergarten ab. Wann kommt er endlich wieder.“ Er schaute sie aus großen erwartungsvollen Augen an. Voller Hoffnung.
Sie holte tief Luft.
„Er kommt bald von seiner Tour zurück.“ Der Stiefel war ednlich fertig und Johannes hatte die letzten Linien aufs Papier gebracht.
„Komm und setz dich mal auf meinen Schoß.“ Sie hob ihn auf ihren Schoß.“
„Ich muss die jetzt etwas erzählen.“
„Was denn?“ Er verstand nicht, was seine Mutti jetzt von ihm wollte.
„Hör zu.........Kato ist dein Papa. Dein richtiger Papa. Es gab Gründe, warum wir es dir nicht gleich gesagt haben und warum er nicht bei uns gelebt hat.
Er war viel unterwegs und ich hatte auch keine Zeit ihn zu sehen, deswegen haben wir nicht zusammen gelebt. Wir waren noch nicht bereit dafür.“
Sie sah seinen verständnislosen Blick. Gott, wie konnte sie es ihm nur erklären......vielleicht brauchte er ja auch etwas Zeit. Irgendwann würde er es möglicherweise ja doch noch verstehen.
„Kato, ist mein Papi?“
„Ja.....“
„Dann darf ich ihn jetzt auch immer Papi nennen?“
„Ja, das darfst du.“ Ein Lächeln huschte über ihr Gesicht.
„Darf ich das auch den anderen im Kindergarten erzählen?“
.....ob das wirklich so gut war?
„Warten wir damit erst einmal bis Kato zurück ist ja?“
„Okay.“ Er löste sich aus ihrer Umarmung und sprang von ihrem Schoß um sein Bild nochmal zu ergänzen.
Sie lächelte und schaute ihm erleichtert und glücklich zu. Vielleicht hatte sie sich umsonst so viele Sorgen gemacht.
Unruhig rutschte sie auf dem Stuhl im Wartezimmer hin und her. Heute oder morgen Abend würde Kato wieder kommen. Sie freuten sich.
Endlich ihr Name.
Sie ging in das Behandlungszimmer.
Die Untersuchung dauerte nicht lange.
Nach kurzer Zeit konnte sie wieder gehen. Sie musste noch einkaufen und während sich der Einkaufskorb immer mehr füllte, schüttelte sie immer wieder mal den Kopf.
Wie sollte sie Kato beibringen, dass sie schwanger war? Und wie würde er reagieren?
Sie ging zur Kasse und schleppte die Tüten zum Auto. Auf der Fahrt nach Hause lief Bittersweet. Ein Lied von Apocalyptica, Ville und Kato. Es war einfach wunderschön. Der Kontrast zwischen Villes männlicher, tiefer Stimme und Kato’s kratziger etwas höhren Stimme und das ganze untermahlt von den Cellisten.
L’iya parkte, brachte die Tüten ins Haus und began Abendbrot zu machen. Johannes wollte ihr helfen und sie schaute zu, wie er die Teller mit Mühe zum Tisch balancierte und ihn deckte.
Es klingelte an der Tür.
„Ich mach auf!“ rief Johannes und rannte in den Flur.
„Warte, du weißt, dass du erst fragen musst, wer da ist.“
„Jaaaaa!“......“Wer ist da?“
Sie hörte keine Antwort, sondern nur wie ihr Sohn die Tür aufriss. L’iya blickte um die Ecke und sah wie er Kato in die Arme fiel und dieser ihn hochhob und an sich drückte.
„Papaaaaa!“
„Na, kleiner Mann. Bist du schon wieder gewachsen? Mensch bald bist du größer als deine Mutti und ich.“ Kato warf einen kleinen fragenden Blick in ihre Richtung und sie machte eine Geste für später.
Einen Moment vergass sie, dass sie ihm noch etwas beichten musste, weil sie sich so freute ihn zu sehen. Als es ihr wieder einfiel, dachte sie auch daran, dass sie keine Ahnung hatte, wie sie es ihm sagen sollte.
Er ließ Johannes runter und kam auf sie zu.
„Es freut mich dich endlich wieder zu sehen. Ihr habt mir beide so gefehlt.“ Er gab ihr einen Begrüßungskuss. Während seine Hand halb auf ihrer Wange, halb auf ihren Haaren lag, wurde der Kuss immer länger.
Schwer lösten sie sich von einander.
„Ihr seid ja doch schon heute hier. Du hast wohl dein Lieblingsessen bis nach Frankreich gerochen, hm?“ fragte sie leicht neckend.
Er nickte grinsend und schaute sie verliebt an, was ihr die Röte auf die Wangen trieb.
„Na dann lasst uns essen. Ich bin gerade fertig.“
Nachdem sie aufgegessen hatten, schickten sie Johannes ins Bett. Es war schon spät. Er schmollte etwas, weil er auch noch gern bei seinem Papa geblieben wäre, aber tat, was man ihm sagte.
Kato erzählte ihr kurz von der Tour und sie lauschte. Schließlich fragte er, was hier so passiert war.
Seine Hand lag auf der ihren, während sie die Zeitung hervor holte.
Er las sich den Artikel durch und sie beobachtete, wie er die Stirn in Falten legte.
„Deswegen habe ich es ihm erzählt......Ich wollte nicht das er es aus der Zeitung erfährt. Ist das okay?“ Sie schaute ihn unsicher an.
Er nickte uns treichelte wieter mit seinen Fingern über ihren Handrücken, während er auf den Artikel starrte.
„Wie hat er reagiert?“
„Er wollte nur wissen ob er dich dann jetzt auch immer Papa nennen darf.“ Sie beobachtete Katos Reaktion. Erst ein kleines Schmunzeln und Strahlen in den Augen, dann wieder ernsthafter. „Wirklich?“
„Ja.“ Er begann über das ganze Gesicht zu strahlen und wirkte so verdammt glücklich darüber.
Sie begannen dann den Abwasch zu machen und am Ende gab er ihr einen kurzen Kuss.
„Wofür war das denn?“
„Dafür, dass ihr mich zum glücklichsten Menschen auf der Welt macht.“ Er zog sie mit die Treppen rauf ins Schlafzimmer.
Es war leidenschaftlich, liebevoll und sehnsüchtsvoll. Zeigte wie sehr sie einander gefehlt hatten und einander brauchten.
Verträumt lagen sie nebeneinander. Sie kuschelte sich an ihn. Es ging ihr einfach nicht aus dem Kopf. Hoffentlich würde er nicht wütend werden.....nun wütend bestimmt nicht, aber ob es ihm gefallen würde? Sie wusste ja selbst nicht was sie von der Schwangerschaft halten sollte.
„Woran denkst du?“ Er fuhr mit dem Daumen über ihre Stirn.
„Ich kann richtig sehen wie es dahinter arbeitet.“
„Was würdest du sagen, wenn wir ein zweites Kind bekommen würden.......?“
„Wieso..........? Du bist doch nicht.....?“
Sie sah ihm in die Augen und nickte nur.
„Oh mein Gott, das ist wundervoll. Seid wann weißt du das? Im wievielten Monat bist du?“
Das Bett gab ihm nicht die Bewegungsfreiheit, die er brauchte. So nahm er sie einfach in den Arm und drückte sie fest an sich.
„Freust du dich wirklich?“
„Jaaaa“
„Aber es wird noch komplizierter werden.....unser Leben.“
„Ja, aber dafür werden wir ein zweites Kind haben und diesmal werde ich es mit dir aufziehen....als sein Vater.“
Sie liebten sich ein zweites mal diese Nacht und schliefen eng aneinander gekuschelt ein.
4 Monate später, sah man ihr die Schwangerschaft mehr als deutlich an. Irgendwie hatten sie es geschafft sich zu arrangieren, sodass sie nicht so oft mehr Auto fahren musste, denn ihr Bauch war dabei sehr im Weg.
Heute war nun ihr Geburtstag. Sie zog sich eins der Schwangerschaftskleider an. Seufzend stand sie vor dem Spiegel. Wie sah das nur aus. Sie freute sich darauf wieder normale Sachen tragen zu können, wenn das Kind da war. Kato hoffte auch, dass es bald vorbei war. Für ihn war das sehr ungewohnt eine Schwangere um sich zu haben. Ständig machte er sich sorgen.... Das stresste ihn auch sehr.
Der Gedanke entlockte ihr ein Schmunzeln.
Zum Glück war schon alles vorbereitet für ihre kleine Feier, denn die Gäste würden bald kommen. Sie wusste nicht wo Kato sich mit Johannes noch rumtrieb, die beiden waren mit Getuschel und schelmischen Grinsen vor circa einer Stunden gegangen.
L’ iya bürstete sich noch kurz die Haare und ging dann runter. Keinen Moment zu spät, denn es klingelte.
Sie machte die Tür auf und wurde von Karsten, Kira und Karlos und ihren Frauen mit Umarmung begrüßt, was sich als schwierig, aber nicht unmöglich darstellte. Die Frauen erkundigten sich nach ihrer Schwangerschaft während sie eintraten und reichten ihr mitgebrachten Kuchen.
„Wo ist denn Kato?“ unterbrach Kira das Frauengespräch.
Sie zuckte mit den Achseln. „Ich weiß es nicht. Er und Johannes sind vorhin los gezottelt, aber sie müssten bald zurück sein. Ich werd euch schon mal etwas Kaffee einschenken.“
Die anderen Frauen beteiligten sich sofort daran. Ein schenkte Kaffe ein, die andere Schnitt den Kuchen an und sie stellte Gebäck noch hin.
Sie hörten, wie die Tür aufgeschlossen wurde und sahen Kato und Johannes reinstapfen.
Alle sahen sie an.
„Sag mal........ist das Zufall.“ Fragte Kira.
„Ich denke nicht. Ist dir das auch schon aufgefallen? Dass die beiden immer kommen, sobald Essen auf dem Tisch steht?“ fragte L’iya.
Alle nickten und schauten weiter zu den beiden, die sich gegenseitig anschauten und dann wieder zu den anderen.
Die Wohnzimmerfront begann zu lachen und Kato und Johannes sahen sich schon wieder an.
„Hast du auch das Gefühl, dass die über uns lachen?“ fragte Kato und Johannes nickte.
„Hmpf.......na wo gibt es denn sowas.“
„So Jungs, wie wäre es mit Händewaschen und sich dann Dazusetzen? Sonst nützt es nichts das ihr pünktlich gekommen seid, weil wir trotzdem schon ohne euch anfangen.“
Ohne weitere Worten sausten die beiden ins untere Badezimmer um sich die Hände zu waschen.
Sie aßen alle gemütlich. Danach bekam sie ihre Geschenke. Sie bedankte sich bei jedem mit einem Küsschen auf die Wange.
Schließlich war Kato dran. Er ließ sich von seinem Platz auf ein Knie gleiten und holte eine kleine dunkelblaue Schachtel hervor.
Sie sah ihn überrascht an.
„L’ iya, du weißt das ich dich von ganzem Herzen liebe und immer lieben werde, egal was passiert. Ich hoffe es geht dir genauso. Deswegen frage ich dich: Willst du mich heiraten?“
Im ersten Moment konnte sie nichts sagen. Sie sah ihn überwältigt an. Langsam wandte sie den Blick leicht zu den anderen. Beosnders die Frauen sahen sehr gerührt aus.
L’iya hoffte, dass ihre Stimme jetzt nicht versagen würde.
„Ja, ich will. Ich liebe dich auch über alles.“ Sie fiel ihm um die Arme.
„Der Ring,“ flüsterte Karlos Kato eindringlich zu.
„Oh ja!“ Er öffnete das Schächtelchen mit einer Hand und sie rückte ein Stück zurück.
Er ließ den silberen Ring mit einem schwarzen, tribalförmigen Stein auf ihren Finger gleiten.
„Oh Gott Kato, er ist so schön.“ L’iya kamen fast die Tränen.
Er umarmte sie und danach waren die anderen dran. Sie ratulierten ihr. Als Johannes sie umarmte grinste er freudig.
Es war ein wundervoller Geburtstag, den sie noch bis spät zusammen mit der Verlobung feierten.
Ende
Wer lieber ein traurigeres ende hat, kann sich bei mir melden, dass gibt es auch^^
Übrigens ist das meine längste, jemals beendete Geschichte.....^^
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