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Reich der Schatten
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Hinweise:
Lieder und Liedtexte sind von der Band The Rasmus. Leider bin ich nicht fähig selbst irgendwelche Lyrics für die Story zu schreiben und muss mir die daher leihen.
Endlich rollte er sich von ihr herunter.
Max hatte Kia einen Strauß Blumen mitgebracht als er von der Arbeit gekommen war. Danach hatte er sie auf ganz romantische Weise verführt. Doch im Bett war es mehr als unromantisch gewesen. Max hatte sie und sich schnell ausgezogen und war dann ohne Vorspiel zur Sache gekommen. Immer schneller und härter hatte er sich in ihr bewegt. Ohne Rücksicht auf ihre Bedürfnisse zu nehmen.
Jetzt schlief er neben ihr.
Leise stieg Kia aus dem Bett und ging auf Zehenspitzen die Treppe runter.
Sie holte sich eine Packung Eis aus dem Tiefkühlschrank und zog den Aschenbecher aus seinem Versteck. Das Eis war angenehm kalt und Rauch füllte ihre Lungen. Genussvoll pustete sie ihn wieder aus.
Das konnte Max ihr nicht nehmen. Diese entspannenden Momente, wo sie im Dunkeln auf dem Küchentisch saß und ihren beiden Leidenschaften, oder wie er sagen würde Schwächen, fröhnte.
Sie schaute die leere Packung Eis an. Noch eine? Nein, nein. Leise schlich sie ins Badezimmer und betrachtete sich im Spiegel. Die langen, schwarzen, glatten Haare standen im Kontrast zu ihrem blauen Augen. Ihr Blick fiel auf ein paar blaue Flecke, die sie an ihren Armen hatte. Manchmal war Max etwas grob beim Sex, aber sie wusste, dass er sie liebte und es nur an dem Streß auf der Arbeit lag. Deswegen brachte sie das Opfer.
Auch das jetzt würde ein Opfer für ihre Beziehung sein. Sie steckte sich den Finger in den Hals und began zu würgen. Als ihr Magen wieder leer war, wusch sie sich ihr Gesicht und spülte sich den Mund aus.
„Bist du endlich soweit, Kia?“ rief Max zu ihr hoch.
„Ja, komme gleich.“ Sie legte nur noch schnell die silberne Kette mit dem blauen Anhänger ihrer Mutter um und kam dann die Treppe runter.
„Du siehst gut aus Schatz.“ Max fasste sie um die Hüfte und zog sie für einen kurzen Kuss an sich.
„Das Kleid steht dir gut. Ich wette, die meisten werden mich heute Abend um meine schöne, schlanke Freundin beneiden.“ Er kontrollierte noch einmal sein Äußeres im Spiegel.
„Komm. Du weißt, dass ich es hasse zu spät zu kommen.“
Sie stiegen ein und während der kurzen Autofahrt, lag seine eine Hand auf ihrem Bein.
„Ich hoffe, du weißt wie wichtig das Essen heute ist. Es sind alle vom Fernsehsender eingeladen ebenso wie viele Berühmtheiten. Ich will nicht, dass du mich blamierst. Also iss nicht zu viel sonst halten sie dich für gefrässig und führe gepflegte Konversationen.“
Kia schaute auf ihre Hände. Es war verletzend wie er das sagte.
Wenige Minuten später waren sie.
Sie stiegen aus und betraten einen großen Saal. Unterwegs begrüßte Max fast jeden, während er rumalberte versuchte sie ernst zu bleiben, wie es sich in dieser Gesellschaft gehörte.
Max stellte sie jedem vor und irgendwann kam sie sich wie eine Vorführpuppe vor, jemanden der sein Ansehen steigerte, aber keine unabhängige Person darstellte. Aber das bildete sie sich nur ein.
„Darf ich ihnen vorstellen: Kiara Carilla, meine Lebensgefährtin.“
„Kiara das ist Florian von der Band Black Soul. Sie sind recht bekannt. Leider konnten die anderen Bandmitglieder nicht kommen.“
„Freut mich, sie kennen zu lernen.“ Sie reichte dem jungen Mann die Hand.
„Freut mich ebenfalls.“
Sie blickte auf und schaute direkt in Florians grüne Augen und einen kurzen Moment blieb ihr das Herz stehen. Es war als hätte er in ihr lesen können. Nur in diesem kurzen Augenblick. Aus diesem Grund schaute sie anderen nie in die Augen. Sie spürte seinen Blick und musterte unauffällig sein Äußeres. Schwarze Haare die unter einer Mütze versteckt waren und deren Spitzen sich darunter hervorkringelten. Ansonsten trug er nur schwarz. Und klein war. Fast genauso groß wie sie.
Nach einer kurzen Unterhaltung, der sie kaum lauschte, gingen sie und Max endlich weiter.
Später saßen sie am Tisch. Auf der einen Seite neben Kia saß Max auf der anderen Seite Kassandra mit der sie sich nie gut verstanden hatte, weil sie ihr Max nicht gönnte oder ihn viel mehr für sich haben wollte. Ihr gegenüber saß....Florian. Na das war lustig. Er wirkte als einziger nicht so schleimig und wichtig tuerisch wie die Leute vom Fernsehsender.
Endlich kam auch das Essen. Sie hatte schon den ganzen Abend Hunger, aber sich unter Max strengen Blicken nicht getraut eins der Häppchen zu nehmen, die immer wieder ageboten worden waren.
Jetzt füllte Kia ihren Teller mit Hühnchen, Gemüse und Kartoffeln. Nicht mehr als alle anderen hatte sie sich aufgefüllt.
„Und mit ihrer Freundin läuft es gut, Max?“
„Ja sehr.“
„An ihrer Stelle würde ich sie auch nicht gehen lassen. Sie ist eine wirkliche Schönheit.“
„Das stimmt.“ Bei diesen Worten sah Max sie lächelnd an und legte seine Hand auf ihr Bein.
„Ohja.....das waren noch Zeiten als ich frisch verliebt war. Aber in der Ehe geht so einiges verloren. Am Anfang kann man die Finger kaum voneinander lassen und später muss man zusehen, dass man überhaupt noch mal.....“ Max Gesprächspartner lachte versaut.
Kia wendete sich wieder ihrem Teller zu. Seine Hand auf ihrem Bein in der Öffentlichkeit und dieses Gesprächsthema waren ihr peinlich.
Erst als ihr Teller leer war, schaute sie wieder auf und nahm ihre Umgebung bewusst wahr.
Florian schaute zu ihr und lächelte. Sie grinste zurück.
Sie füllte sich noch etwas Salat auf.
„Kann ich auch bitte noch etwas haben?“ fragte Florian freundlich.
„Bitte sehr.“ Sie machte ihm etwas auf den Teller.
„Danke.“
Während sie den Salat aß, versuchte sie etwas von Max Gespräch mitzukriegen. Es gefiel ihr gar nicht.
„Natürlich muss man Respekt vor den Frauen haben und ihnen eigene Entscheidungen selbst überlassen, aber man muss trotzdem manchmal einschreiten. Nicht alle wissen, was das beste für sie ist und da muss man sie darauf hinweisen. Natürlich kann man sie nicht zwingen, aber ein kleiner Schups in die richtige Richtung hat noch niemandem geschadet.“
„Sie haben ja so recht, Max, mein Freund.“
Was sie auch feststellte war, dass Max schon einiges getrunken hatte. Wahrscheinlich merkte es sonst niemand an seiner Stimme, aber sie hörte es raus.
„Gut das sie der gleichen Ansicht sind. Ich denke manche Frauen würden nicht so hübsch sein, wenn sie nicht Angst hätten, dass man sie im anderen Falle nicht begehren würde. Nach der Heirat denken manche es ist nicht mehr nötig ständig auf seine Figur zu achten und bringen so das Feuer im Manne zum Erlischen.“ Max warf dabei einen scherzenden Blick auf die Frau seines Gesprächspartners. Dieser fing an zu lachen und bemerkte nicht den Blick, den Max ihr zu warf.
Kia aß die eigentlich raussortierten Rosinen auf.
„Hätten sie mir das nur 20 Jahre früher gesagt.“
Kia ertrug das Gespräch nicht länger. Es drehte ihr fast den Magen um.
„Entschuldigt mich bitte kurz.“ Sie stand auf und ging Richtung Toilette. Außer Sichtweite begann sie zu rennen.
Nur knapp schaffte sie es und übergab sich dann in die Kloschüssel. Gott, ihr Magen rebellierte ein weiteres mal. Nach einiger Zeit schien alles draußen zu sein. Sie richtete ihr Make-up und klopfte etwas Farbe in ihr blasses Gesicht. Sie würde aber nicht lange halten. Etwas wackelig auf den Beinen trat sie heraus.
Und wurde direkt umgerannt.
„Oh, Entschuldigung. Ich helf ihnen hoch.“
Sie schaute auf und es war der junge Mann, Florian, der ihr seine Hand entgegen hielt.
„Danke. Woher kamen sie denn so eilig?“ Kia richtete ihr Kleid wieder zurecht.
„Ich war draußen Rauchen.“ Er kratzte sich an seinen Bartstoppeln.
„Warum rauchen sie nicht am Tisch wie die anderen?“ fragte sie verwundert.
„Naja, ihnen scheint es hier ja auch nicht so zugefallen, da kann ich es ja sagen. Ich brauchte eine Pause von diesen glatten Typen.“
„Achso.“
Zigarette. Das klang gut. Aber sie hatte keine Kippen mit, weil Max nicht wollte, dass sie vor den Augen seiner Kollegen rauchte.
„Sie sehen recht blass aus. Geht es ihnen gut?“ Florian betrachtete sie besorgt.
„Ähm....ja es......“ Weiter kam sie nicht. Auf einmal kam ihr das Essen erneut hoch und sie stürmte wieder auf die Toilette.
Als sie wieder herauskam, schaute Florian noch besorgter.
„Soll ich ihrem Freund sagen, dass er sie nach Hause bringen soll?“ fragte er fürsorglich.
„Nein. Geht schon wieder. Mir ist nur etwas vom Essen nicht bekommen.“
„Kann ich ihnen sonst irgendwie helfen?“
„Ja. Könnten sie mir eine Zigarette leihen? Ich habe meine zu Hause liegen gelassen.“
„Oh, ich dachte sie sind Nichtraucher. Es hörte sich bei ihrem Freund vorhin so an.“
Sie lächelte nur.
„Würde meine begleitung ins Freie sie stören?“
„Aber nein.“
Zusammen gingen sie nach draußen und setzten sich auf eine Bank. Gemütlich rauchten sie ihre Zigaretten.
„Und geht es ihnen wirklich schon etwas besser?“ fragte Florian besorgt.
„Ja. Sie dürfen mich ruhig dutzen und Kia sagen. Wir sind jetzt ja sowas wie Verschworene gegen die da drinne, oder?“
Er lachte. „Stimmt. Dann können sie......kannst du mich Florian nennen.“ Er zwinkerte ihr zu.
„Darf ich auch Flo sagen, oder ist dafür eure Band zu hart?“entgegnete sie lachend.
„Ne, ist okay. Was machst du vom Beruf? Ich mein, du scheinst nicht zum Sender zugehören.“
„Nein, zum Glück. Ich bin Journalistin.....“
„Ohhhhhh.....“ Das klang nicht sonderlich erfreut.
Sie begann richtig zu lachen. „Aber nicht von irgendeiner Klatschzeitung. Für ein Magazin für junge Leute. Du musst keine Angst haben, dass alles was du sagst morgen in den Zeitungen steht.“
„Da bin ich erleichtert. Ernsthaft. Man kann keinen Schritt machen ohne dass es morgen irgendwo steht.“
„So bekannt ist eure Band?“
„Ja. Hast du echt noch nie von ihr gehört.“
„Ich denke nicht. Wie hieß sie nochmal?“
„Black Soul.“ Sie sah seinen verwunderten Ausdruck.
„Hmm....ich glaub ich habe den Namen schon mal gehört. Welchen Part übernimmst du denn da?“
„Sänger.“
„Ohh.......na dann kannst du mir ja auf die Sprünge helfen und ein Liedchen trällern.“
„Was? Jetzt ernsthaft.“ Er wirkte leicht verlegen und etwas überrascht über ihr ganz anderes Verhalten ohne die Anwesenheit von Max.
„Ja, warum nicht? Ich meine, ich zwinge dich nicht....zumindest wenn du es freiwillig machst.“ Kia grinste.
„Nagut.“ Er dachte kurz nach.
„Vielleicht etwas, was man auch kennen könnte. Vielleicht fällts mir dann wieder ein.“
„Okay......“ Er stand auf und begann zu singen.
I think I should go and leave you alone, yeah
Stop this game and hang up the phone
And more
I should go into the night alone and get inside of the cyclone
It's like I wanted to break my bones to get over you
Cuz if I stay I'm number two anyway
Sie lauschte ihm. Er hatte eine wunderschöne Stimme. Etwas kratzig, besonders nach der Zigarette, aber trotzdem schön. Oder gerade deswegen.
„Das ist echt toll. Ist der Text von dir?“
„Ja.“
„Respekt. Ich weiß jetzt auch wieder woher ich den Namen kenne. Man wie kann man das nur vergessen. Von euch ist doch das Lied: Ohoh..........ohoh......oder?“
„Genau. In the shadows.”
“Ich finde das Lied gar nicht schlecht. Wobei mir das andere, wovon du eben den Anfang gesungen hast, irgendwie mich mehr begeistert.“
„Danke.“ Sie grinsten sich gegenseitig an.
„Ach da steckst du. Ich habe mir sorgen gemacht.“ Max kam auf sie zu.
„Das tut mir leid. Ich musste etwas an die frische Luft. Ich glaube, ich habe eine der Rosinen im Salat übersehen.“
Florian schaute fragend.
„Sie verträgt keine. Danke, dass sie sich in der Zeit um sie gekümmert haben.“ Irgendwie hatte ihr Freund einen leicht warnenden Unterton, stellte Florian fest. Außerdem fragte er sich was da nicht stimmte in der Geschichte, die sie ihm erzählten. Natürlich.....sie hatte alle Rosinen zum Schluß gegessen. Bewusst.
„Schatz, die Meisten gehen los. Wir werden auch nach Hause. Lass uns nur noch allen Tschüß sagen gehen.“
„Okay.“
Sie reichte Florian die Hand und versuchte ihm nicht in die Augen zu sehen.
„Hat mich sehr gefreut deine Bekanntschaft zu machen, Florian.“
„Mich auch Kia.“
Als sie zu Max ging sah sie seinen verwirrten Blick darüber, dass sie sich dutzten. Sie lächelte ihn nur kurz an und ging sich dann mit ihm von den anderen verabschieden.
Endlich kamen sie zum Auto.
„Max, gibst du mir die Autoschlüssel?“
„Was? Nein. Ich lass dich doch nicht meinen teuren Wagen fahren.“ Erwiderte er entrüstet.
„Du hast doch viel zu viel getrunken. Wenn die Polizei dich erwischt, dann hast du keinen Führerschein mehr um ihn zufahren.“ Kam es ungeduldig von Kia.
Grummeld gab er ihr den Schlüssel und sie fuhren nach Hause.
Kaum betraten sie das Haus, spürte sie bereits Max Hand auf ihrem Hintern.
„Na, meine Schönheit. Wollen wir jetzt noch richtigen Spaß haben.“
„Okay.“ Sie zog ihn an der Hand mit hoch ins Schlafzimmer. Diesmal wollte sie ihn um den Verstand bringen. Sie verführte ihn nahc allen Regeln der Kunst, doch letztlich brachte es nichts. Nach einiger Zeit verlor er den Spaß und zog wieder schnell seine Nummer durch.
Sie rollte sich in die entgegengesetzte Richtung von ihm. Seine Hand legte sich auf ihre Hüfte.
„Du weißt, dass ich dich liebe, doer Kia?“ flüsterte er sanft.
Kia versuchte nich nachzugeben. Sie wollte weiter schmollen.
Er küsste sanft ihren Hals und seine Hand wanderte zu ihrem Bauch.
„Ich liebe dich auch.“ Max drehte sie zu sich, küsste, streichelte sie.
Seid langem ging er das erste mal wieder auf ihre Bedürfnisse ein. Es war einfach wundervoll. Am Ende fühlte sie sich als hätte er sie in den Himmel geschickt und ssah nur noch Sternchen.
Danach kuschelten sie sich eng aneinander.
„Ich habe noch Neuigkeiten. Ich werde wahrscheinlich befördert.“
„Das ist ja super.“
„Ja. Alle sind dafür, dass ich die Stelle bekomme, aber von mein Chef dagegen ist, dann habe ich trotzdem keine Chance.“
„Aber er mag dich. Das ist doch kein Problem.“
„Er hat eine kleine Bedingung gestellt. Weißt du, er findet dich sehr attraktiv. Er würde gerne eine Nacht mit dir verbringen. Will wissen ob du im Bett genauso gut bist, wie du aussiehst.“
„Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder?“ Sie drehte sich entsetzt zu ihm um.
„Wenn nicht, dann bekomm ich die Beförderung nicht. Mir gefällt es noch weniger als dir. Ich will dich ihm nicht entleihen, aber ich bitte dich. Bitte, tue das für mich.“
Einen Moment sah sie ihn noch schockiert an, dann sprang sie aus dem Bett, zog sich einen Bademantel über und schmiss die Schlafzimmertür zu.
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