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Reich der Schatten
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Hinweise: Lieder und Liedtexte sind von der Band Black Soul. Leider bin ich nicht fähig selbst irgendwelche Lyrics für die Story zu schreiben und muss mir die daher leihen.
Endlich rollte er sich von ihr herunter. Max hatte Kia einen Strauß Blumen mitgebracht als er von der Arbeit gekommen war. Danach hatte er sie auf ganz romantische Weise verführt. Doch im Bett war es mehr als unromantisch gewesen. Max hatte sie und sich schnell ausgezogen und war dann ohne Vorspiel zur Sache gekommen. Immer schneller und härter hatte er sich in ihr bewegt. Ohne Rücksicht auf ihre Bedürfnisse zu nehmen. Jetzt schlief er neben ihr. Leise stieg Kia aus dem Bett und ging auf Zehenspitzen die Treppe runter. Sie holte sich eine Packung Eis aus dem Tiefkühlschrank und zog den Aschenbecher aus seinem Versteck. Das Eis war angenehm kalt und Rauch füllte ihre Lungen. Genussvoll pustete sie ihn wieder aus. Das konnte Max ihr nicht nehmen. Diese entspannenden Momente, wo sie im Dunkeln auf dem Küchentisch saß und ihren beiden Leidenschaften, oder wie er sagen würde Schwächen, fröhnte. Sie schaute die leere Packung Eis an. Noch eine? Nein, nein. Leise schlich sie ins Badezimmer und betrachtete sich im Spiegel. Die langen, schwarzen, glatten Haare standen im Kontrast zu ihrem blauen Augen. Ihr Blick fiel auf ein paar blaue Flecke, die sie an ihren Armen hatte. Manchmal war Max etwas grob beim Sex, aber sie wusste, dass er sie liebte und es nur an dem Streß auf der Arbeit lag. Deswegen brachte sie das Opfer. Auch das jetzt würde ein Opfer für ihre Beziehung sein. Sie steckte sich den Finger in den Hals und began zu würgen. Als ihr Magen wieder leer war, wusch sie sich ihr Gesicht und spülte sich den Mund aus.
„Bist du endlich soweit, Kia?“ rief Max zu ihr hoch. „Ja, komme gleich.“ Sie legte nur noch schnell die silberne Kette mit dem blauen Anhänger ihrer Mutter um und kam dann die Treppe runter. „Du siehst gut aus Schatz.“ Max fasste sie um die Hüfte und zog sie für einen kurzen Kuss an sich. „Das Kleid steht dir gut. Ich wette, die meisten werden mich heute Abend um meine schöne, schlanke Freundin beneiden.“ Er kontrollierte noch einmal sein Äußeres im Spiegel. „Komm. Du weißt, dass ich es hasse zu spät zu kommen.“ Sie stiegen ein und während der kurzen Autofahrt, lag seine eine Hand auf ihrem Bein. „Ich hoffe, du weißt wie wichtig das Essen heute ist. Es sind alle vom Fernsehsender eingeladen ebenso wie viele Berühmtheiten. Ich will nicht, dass du mich blamierst. Also iss nicht zu viel sonst halten sie dich für gefrässig und führe gepflegte Konversationen.“ Kia schaute auf ihre Hände. Es war verletzend wie er das sagte. Wenige Minuten später waren sie. Sie stiegen aus und betraten einen großen Saal. Unterwegs begrüßte Max fast jeden, während er rumalberte versuchte sie ernst zu bleiben, wie es sich in dieser Gesellschaft gehörte. Max stellte sie jedem vor und irgendwann kam sie sich wie eine Vorführpuppe vor, jemanden der sein Ansehen steigerte, aber keine unabhängige Person darstellte. Aber das bildete sie sich nur ein.
„Darf ich ihnen vorstellen: Kiara Carilla, meine Lebensgefährtin.“ „Kiara das ist Florian von der Band Black Soul. Sie sind recht bekannt. Leider konnten die anderen Bandmitglieder nicht kommen.“ „Freut mich, sie kennen zu lernen.“ Sie reichte dem jungen Mann die Hand. „Freut mich ebenfalls.“ Sie blickte auf und schaute direkt in Florians grüne Augen und einen kurzen Moment blieb ihr das Herz stehen. Es war als hätte er in ihr lesen können. Nur in diesem kurzen Augenblick. Aus diesem Grund schaute sie anderen nie in die Augen. Sie spürte seinen Blick und musterte unauffällig sein Äußeres. Schwarze Haare die unter einer Mütze versteckt waren und deren Spitzen sich darunter hervorkringelten. Ansonsten trug er nur schwarz. Und klein war. Fast genauso groß wie sie. Nach einer kurzen Unterhaltung, der sie kaum lauschte, gingen sie und Max endlich weiter.
Später saßen sie am Tisch. Auf der einen Seite neben Kia saß Max auf der anderen Seite Kassandra mit der sie sich nie gut verstanden hatte, weil sie ihr Max nicht gönnte oder ihn viel mehr für sich haben wollte. Ihr gegenüber saß....Florian. Na das war lustig. Er wirkte als einziger nicht so schleimig und wichtig tuerisch wie die Leute vom Fernsehsender. Endlich kam auch das Essen. Sie hatte schon den ganzen Abend Hunger, aber sich unter Max strengen Blicken nicht getraut eins der Häppchen zu nehmen, die immer wieder ageboten worden waren. Jetzt füllte Kia ihren Teller mit Hühnchen, Gemüse und Kartoffeln. Nicht mehr als alle anderen hatte sie sich aufgefüllt. „Und mit ihrer Freundin läuft es gut, Max?“ „Ja sehr.“ „An ihrer Stelle würde ich sie auch nicht gehen lassen. Sie ist eine wirkliche Schönheit.“ „Das stimmt.“ Bei diesen Worten sah Max sie lächelnd an und legte seine Hand auf ihr Bein. „Ohja.....das waren noch Zeiten als ich frisch verliebt war. Aber in der Ehe geht so einiges verloren. Am Anfang kann man die Finger kaum voneinander lassen und später muss man zusehen, dass man überhaupt noch mal.....“ Max Gesprächspartner lachte versaut. Kia wendete sich wieder ihrem Teller zu. Seine Hand auf ihrem Bein in der Öffentlichkeit und dieses Gesprächsthema waren ihr peinlich. Erst als ihr Teller leer war, schaute sie wieder auf und nahm ihre Umgebung bewusst wahr. Florian schaute zu ihr und lächelte. Sie grinste zurück. Sie füllte sich noch etwas Salat auf. „Kann ich auch bitte noch etwas haben?“ fragte Florian freundlich. „Bitte sehr.“ Sie machte ihm etwas auf den Teller. „Danke.“ Während sie den Salat aß, versuchte sie etwas von Max Gespräch mitzukriegen. Es gefiel ihr gar nicht. „Natürlich muss man Respekt vor den Frauen haben und ihnen eigene Entscheidungen selbst überlassen, aber man muss trotzdem manchmal einschreiten. Nicht alle wissen, was das beste für sie ist und da muss man sie darauf hinweisen. Natürlich kann man sie nicht zwingen, aber ein kleiner Schups in die richtige Richtung hat noch niemandem geschadet.“ „Sie haben ja so recht, Max, mein Freund.“ Was sie auch feststellte war, dass Max schon einiges getrunken hatte. Wahrscheinlich merkte es sonst niemand an seiner Stimme, aber sie hörte es raus. „Gut das sie der gleichen Ansicht sind. Ich denke manche Frauen würden nicht so hübsch sein, wenn sie nicht Angst hätten, dass man sie im anderen Falle nicht begehren würde. Nach der Heirat denken manche es ist nicht mehr nötig ständig auf seine Figur zu achten und bringen so das Feuer im Manne zum Erlischen.“ Max warf dabei einen scherzenden Blick auf die Frau seines Gesprächspartners. Dieser fing an zu lachen und bemerkte nicht den Blick, den Max ihr zu warf. Kia aß die eigentlich raussortierten Rosinen auf. „Hätten sie mir das nur 20 Jahre früher gesagt.“ Kia ertrug das Gespräch nicht länger. Es drehte ihr fast den Magen um. „Entschuldigt mich bitte kurz.“ Sie stand auf und ging Richtung Toilette. Außer Sichtweite begann sie zu rennen.
Nur knapp schaffte sie es und übergab sich dann in die Kloschüssel. Gott, ihr Magen rebellierte ein weiteres mal. Nach einiger Zeit schien alles draußen zu sein. Sie richtete ihr Make-up und klopfte etwas Farbe in ihr blasses Gesicht. Sie würde aber nicht lange halten. Etwas wackelig auf den Beinen trat sie heraus. Und wurde direkt umgerannt. „Oh, Entschuldigung. Ich helf ihnen hoch.“ Sie schaute auf und es war der junge Mann, Florian, der ihr seine Hand entgegen hielt. „Danke. Woher kamen sie denn so eilig?“ Kia richtete ihr Kleid wieder zurecht. „Ich war draußen Rauchen.“ Er kratzte sich an seinen Bartstoppeln. „Warum rauchen sie nicht am Tisch wie die anderen?“ fragte sie verwundert. „Naja, ihnen scheint es hier ja auch nicht so zugefallen, da kann ich es ja sagen. Ich brauchte eine Pause von diesen glatten Typen.“ „Achso.“ Zigarette. Das klang gut. Aber sie hatte keine Kippen mit, weil Max nicht wollte, dass sie vor den Augen seiner Kollegen rauchte. „Sie sehen recht blass aus. Geht es ihnen gut?“ Florian betrachtete sie besorgt. „Ähm....ja es......“ Weiter kam sie nicht. Auf einmal kam ihr das Essen erneut hoch und sie stürmte wieder auf die Toilette. Als sie wieder herauskam, schaute Florian noch besorgter. „Soll ich ihrem Freund sagen, dass er sie nach Hause bringen soll?“ fragte er fürsorglich. „Nein. Geht schon wieder. Mir ist nur etwas vom Essen nicht bekommen.“ „Kann ich ihnen sonst irgendwie helfen?“ „Ja. Könnten sie mir eine Zigarette leihen? Ich habe meine zu Hause liegen gelassen.“ „Oh, ich dachte sie sind Nichtraucher. Es hörte sich bei ihrem Freund vorhin so an.“ Sie lächelte nur. „Würde meine begleitung ins Freie sie stören?“ „Aber nein.“
Zusammen gingen sie nach draußen und setzten sich auf eine Bank. Gemütlich rauchten sie ihre Zigaretten. „Und geht es ihnen wirklich schon etwas besser?“ fragte Florian besorgt. „Ja. Sie dürfen mich ruhig dutzen und Kia sagen. Wir sind jetzt ja sowas wie Verschworene gegen die da drinne, oder?“ Er lachte. „Stimmt. Dann können sie......kannst du mich Florian nennen.“ Er zwinkerte ihr zu. „Darf ich auch Flo sagen, oder ist dafür eure Band zu hart?“entgegnete sie lachend. „Ne, ist okay. Was machst du vom Beruf? Ich mein, du scheinst nicht zum Sender zugehören.“ „Nein, zum Glück. Ich bin Journalistin.....“ „Ohhhhhh.....“ Das klang nicht sonderlich erfreut. Sie begann richtig zu lachen. „Aber nicht von irgendeiner Klatschzeitung. Für ein Magazin für junge Leute. Du musst keine Angst haben, dass alles was du sagst morgen in den Zeitungen steht.“ „Da bin ich erleichtert. Ernsthaft. Man kann keinen Schritt machen ohne dass es morgen irgendwo steht.“ „So bekannt ist eure Band?“ „Ja. Hast du echt noch nie von ihr gehört.“ „Ich denke nicht. Wie hieß sie nochmal?“ „Black Soul.“ Sie sah seinen verwunderten Ausdruck. „Hmm....ich glaub ich habe den Namen schon mal gehört. Welchen Part übernimmst du denn da?“ „Sänger.“ „Ohh.......na dann kannst du mir ja auf die Sprünge helfen und ein Liedchen trällern.“ „Was? Jetzt ernsthaft.“ Er wirkte leicht verlegen und etwas überrascht über ihr ganz anderes Verhalten ohne die Anwesenheit von Max. „Ja, warum nicht? Ich meine, ich zwinge dich nicht....zumindest wenn du es freiwillig machst.“ Kia grinste. „Nagut.“ Er dachte kurz nach. „Vielleicht etwas, was man auch kennen könnte. Vielleicht fällts mir dann wieder ein.“ „Okay......“ Er stand auf und begann zu singen.
I think I should go and leave you alone, yeah Stop this game and hang up the phone And more I should go into the night alone and get inside of the cyclone It's like I wanted to break my bones to get over you Cuz if I stay I'm number two anyway
Sie lauschte ihm. Er hatte eine wunderschöne Stimme. Etwas kratzig, besonders nach der Zigarette, aber trotzdem schön. Oder gerade deswegen. „Das ist echt toll. Ist der Text von dir?“ „Ja.“ „Respekt. Ich weiß jetzt auch wieder woher ich den Namen kenne. Man wie kann man das nur vergessen. Von euch ist doch das Lied: Ohoh..........ohoh......oder?“ „Genau. In the shadows.” “Ich finde das Lied gar nicht schlecht. Wobei mir das andere, wovon du eben den Anfang gesungen hast, irgendwie mich mehr begeistert.“ „Danke.“ Sie grinsten sich gegenseitig an.
„Ach da steckst du. Ich habe mir sorgen gemacht.“ Max kam auf sie zu. „Das tut mir leid. Ich musste etwas an die frische Luft. Ich glaube, ich habe eine der Rosinen im Salat übersehen.“ Florian schaute fragend. „Sie verträgt keine. Danke, dass sie sich in der Zeit um sie gekümmert haben.“ Irgendwie hatte ihr Freund einen leicht warnenden Unterton, stellte Florian fest. Außerdem fragte er sich was da nicht stimmte in der Geschichte, die sie ihm erzählten. Natürlich.....sie hatte alle Rosinen zum Schluß gegessen. Bewusst. „Schatz, die Meisten gehen los. Wir werden auch nach Hause. Lass uns nur noch allen Tschüß sagen gehen.“ „Okay.“ Sie reichte Florian die Hand und versuchte ihm nicht in die Augen zu sehen. „Hat mich sehr gefreut deine Bekanntschaft zu machen, Florian.“ „Mich auch Kia.“ Als sie zu Max ging sah sie seinen verwirrten Blick darüber, dass sie sich dutzten. Sie lächelte ihn nur kurz an und ging sich dann mit ihm von den anderen verabschieden. Endlich kamen sie zum Auto. „Max, gibst du mir die Autoschlüssel?“ „Was? Nein. Ich lass dich doch nicht meinen teuren Wagen fahren.“ Erwiderte er entrüstet. „Du hast doch viel zu viel getrunken. Wenn die Polizei dich erwischt, dann hast du keinen Führerschein mehr um ihn zufahren.“ Kam es ungeduldig von Kia. Grummeld gab er ihr den Schlüssel und sie fuhren nach Hause.
Kaum betraten sie das Haus, spürte sie bereits Max Hand auf ihrem Hintern. „Na, meine Schönheit. Wollen wir jetzt noch richtigen Spaß haben.“ „Okay.“ Sie zog ihn an der Hand mit hoch ins Schlafzimmer. Diesmal wollte sie ihn um den Verstand bringen. Sie verführte ihn nahc allen Regeln der Kunst, doch letztlich brachte es nichts. Nach einiger Zeit verlor er den Spaß und zog wieder schnell seine Nummer durch. Sie rollte sich in die entgegengesetzte Richtung von ihm. Seine Hand legte sich auf ihre Hüfte. „Du weißt, dass ich dich liebe, doer Kia?“ flüsterte er sanft. Kia versuchte nich nachzugeben. Sie wollte weiter schmollen. Er küsste sanft ihren Hals und seine Hand wanderte zu ihrem Bauch. „Ich liebe dich auch.“ Max drehte sie zu sich, küsste, streichelte sie. Seid langem ging er das erste mal wieder auf ihre Bedürfnisse ein. Es war einfach wundervoll. Am Ende fühlte sie sich als hätte er sie in den Himmel geschickt und ssah nur noch Sternchen. Danach kuschelten sie sich eng aneinander. „Ich habe noch Neuigkeiten. Ich werde wahrscheinlich befördert.“ „Das ist ja super.“ „Ja. Alle sind dafür, dass ich die Stelle bekomme, aber von mein Chef dagegen ist, dann habe ich trotzdem keine Chance.“ „Aber er mag dich. Das ist doch kein Problem.“ „Er hat eine kleine Bedingung gestellt. Weißt du, er findet dich sehr attraktiv. Er würde gerne eine Nacht mit dir verbringen. Will wissen ob du im Bett genauso gut bist, wie du aussiehst.“ „Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder?“ Sie drehte sich entsetzt zu ihm um. „Wenn nicht, dann bekomm ich die Beförderung nicht. Mir gefällt es noch weniger als dir. Ich will dich ihm nicht entleihen, aber ich bitte dich. Bitte, tue das für mich.“ Einen Moment sah sie ihn noch schockiert an, dann sprang sie aus dem Bett, zog sich einen Bademantel über und schmiss die Schlafzimmertür zu.
Kia konnte selbst nicht glauben, dass sie jetzt vor dem Haus stand. Dem Haus von Max Chef. Warum tat sie das? Sie liebte Max und wollte nur das beste für ihn, aber.... Sie zweifelte, ob sie das Richtige tat. Aber Max wartete schon so lange auf die Beförderung und er würde sie dafür verantwortlich machen, wenn er sie nicht bekam. Das hatte er ihr so auch gesagt. Es war ihre Schuld, weil sie dem Typ Frau entsprach, dem sein Chef gefiel. Sie trat die Zigarette aus und klingelte. Sein Chef machte die Tür auf und sie trat wortlos ein. „Es freut mich sie zu sehen. Ich denke wir werden unseren Spaß zusammen haben,“ meinte er mit einem versauten Lächeln. „Haben sie mit Max schon mal zusammen Pornos geguckt?“ Sie war entsetzt über die Frage. Trotzdem schüttelte sie den Kopf. Ein Grinsen zog sich über sein Gesicht. „Okay, dann schlag ich vor, du ziehst das hier an und dann machen wir es uns im Schlafzimmer bequem und schauen etws Video.“ Stumm nahm sie das bisschen Stoff entgegen. Es war wie in einem Alptraum. Nur ohne Erwachen un ohne die Erkenntnis, dass von all dem nichts geschehen war. Als sie überlegte, wo sie sich umziehen konnte, rief er: „Im Wohnzimmer kannst du dich umziehen. Ich warte oben im Schlafzimmer. Meine Frau kommt erst in 5 Stunden. Wir haben also ein bisschen Zeit.“ Mit einem niederträchtigem Lachen ging er die Treppe hoch. Als sie umgezogen in der Schlafzimmertür stand, wäre sie am liebsten umgedreht und weggerannt. Sie redete sich immer wieder ein, dass es nicht schlimm war, was sie tat. Es sprach nichts dagegen. Langsam trat sie ein. „Ah da bist du ja endlich.“ Ihr Blick fiel auf den Fernseher und es drehte ihr fast den Magen um.
Zitternd versuchte sie die Tür auf zuschließen. Immer wieder rutschte sie ab. Es war so furchtbar gewesen. Sie wünschte sie könnte alles vergessen. Jetzt wollte sie nur noch Duschen und Schlafen. Sich den Schmutz vom Körper holen und ihre schmerzenden Glieder ausruhen lassen. Doch kaum war sie eingetreten, erblickte sie Max. Er war nicht mehr ganz nüchtern, dass erkannte sie bereits an seinem Blick. Wahrscheinlich war es ihm doch nicht so leicht gefallen, sie seinem Chef zu überlassen. Vielleicht hatte er sogar Schuldgefühle. Langsam schloss sie die Haustür und hing ihre Jacke auf. „Und wie war es mit ihm? Hat es dir gefallen?“ kam es von Max und sie konnte nicht glauben, dass er so etwas wirklch fragte. Sie konnte jetzt nicht mit ihm reden, mochte ihn nicht einmal ansehen. Ihn ignorierend ging sie die Treppe hoch. „Hey.....hau nicht ab, wenn ich mit dir rede,“ schrie Max ihr hinter her. Hastig zog sie sich im Schlafzimmer aus um schnell unter die Dusche zu kommen. Als sie sich umdrehte sah sie Max im Türrahmen stehen. „Na, Schatz. Soll ich dir zeigen, wie man es richtig macht. Ich wette er ist nicht zu gut im Bett, wie ich.“ Kia bekam Angst. Etwas an seiner Stimme machte sie unsicher. „Nein. Ich bin total erschöpft. Bitte lass mich heute nur noch duschen und dann schlafen.“ „Ach. Heißt das, dass du für ihn genug Zeit und Kraft hast, aber nicht für deinen Freund.“ Max kam einen weiteren Schritt näher. „Ich habe es nur für dich getan!“ schrie Kia zurück. All die Angst und Wut entluden sich darin. Einen Moment zögerte er, machte einen Schritt zurück. Doch dann kam er einen weiteren dichter. „Dann kannst du ja auch das für mich tun.“ Er packte sie am Handgelenk. Sie versuchte sich zu wehren, aber er war zu stark für sie. Es war als müsste sie ein zweites mal an diesem Tag durch die Hölle gehen.
Danach stand sie unter der Dusche. Immer wieder schrubbte sie über die Haut. Sie wollte den Schmutz los werden und das Geschehen rückgängig machen, doch egal wie oft sie sich wusch, der Dreck verschwand nicht. Ihre Haut war mittlerweile gerötet und von dem starken Druck mit der Bürste zeichneten sich einige blutige Schrammen auf der Haut ab. Ihr tat alles weh. Er hatte ihren geschundenen Stellen nur noch mehr Schmerzen zugefügt. Weinend sank sie in der Dusche nieder. Am nächsten morgen wurde sie von einem Klopfen geweckt. Kia brauchte einen Moment um zu erkennen wo sie war, doch sie fühlte sich immer noch schmutzig. Max trat ein und automatisch machte sie sich klein. Mit besorgtem, reuevollem Blick ging er langsam auf sie zo und zog ein Handtuch aus dem Schrank. „Es tut mir so unendlich leid. Ich wollte das nicht. Ich liebe dich doch. Ich habe einfach nur den Kopf verloren. Ich weiß, dass das keine Entschuldigung ist, aber....“ Er wickelte sie in das Handtuch ein, hob sie hoch und trug sie ins Schlafzimmer. „Wirklich Schatz. Ich wünschte, ich könnte es rückgängig machen.“ Sie hörte ihm zu. Freute sich diese Worte der lieben zu hören, doch sie konnte nicht antworten. „Pass auf. Am besten du schläfst jetzt noch ein bisschen und ich mach in der Zeit Frühstück. Danach sehen wir weiter.“ Sie nickte, merkte kaum noch wie er sie zudeckte ehe sie einschlief.
Als sie wieder aufwachte, stand auf einem Tablett ein Teller mit Suppe. Max betrat das Zimmer und sah sie liebe- und reuevoll an. Kia hatte seine Worte nicht vergessen. „Soll ich dir Gesellschaft leisten?“ fragte er vorsichtig. Sie nickte. „Kia.....ich liebe dich, bitte vergib mir. Gib mir eine zweite Chance.“ „Ich....ich liebe dich doch auch Max.“ Sie umarmten sich.
Es war einen Monat später als Kia erfuhr, dass sie ein Interview mit Black Soul machen sollte für das Jugendmagazin. Irgendwie freute sie sich darauf. Ob die anderen auch so sympathisch waren wie Florian. Nun, dass würde sie bald herausfinden. Ihre Beziehung mit Max lief wie vor......vor dem.....Geschehnis. Am Anfang hatte er sie danach umsorgt, reagierte immer einfühlsam. Aber sein neuer Posten brachte noch mehr Streß mit sich und so hatte er nur selten Zeit für sie. Auch des Nachts war es nicht anders als früher, aber er zwang sie nie, wenn sie absolut nicht wollte. Kia rauchte schnell ihre Zigarette auf und ging in das Gebäude. In fünf Minuten sollten die Jungs von Black Soul da sein. Als sie in Richtung ihres Schreibtisches ging, sah sie sie bereits. „Hallo. Ich bin Kiara Carilla.“ Sie reichte allen die Hand und Florian grinste als er ihre nahm. Nacheinander stellten sie sich als Sven, Paul und Andy vor. Sven stupste Florian an. “Nu stell dich auch vor,” flüsterte er. „Aber das brauch ich doch nicht. Wir kennen uns bereits.“ Antgegnete dieser mit einem Grinsen. Überrascht sahen ihn die anderen Drei an. „Ohh..... das ist Kia? Von der du uns erzählt hast?“ „Genau.“ Sie setzten sich alle. „So, ich denke die Fragen zu eurem Privatleben interessieren keinen der Leser. Das können sie alle in jedem Klatschblatt nachlesen. Ich denke, sie sind damit einverstanden, dass sich die Fragen mehr auf eure Musik konzentrieren, oder?“ Sie nickten erfreut. Am Ende des Interviews fragte Sven: „Haben Sie nicht Lust auf unser Konzert nächste Woche zu kommen. Es würde uns sehr freuen. Man trifft nicht oft so nette Journalisten oder Journalistinnen. Das könnten sie doch in den Artikel miteinbauen. Sie bekommen auch einen Backstagepass.“ Bei diesen Worten schaute er grinsend zu Florian, der leicht rot wurde. Sie überlegte kurz. „Ja, gerne. Warum auch nicht. Ich hab zwar noch nicht viel von eurer Musik gehört, aber das klang nicht schlecht.“ Sie zwinkerte Florian gefolgt von einem Grinsen zu.
„Max, ich geh jetzt zu dem Konzert.“ Er seufzte. „Ich kann nicht verstehen wie du zu so etwas freiwillig hingehen kannst.“ „Ich bin früher oft auf Gigs gewesen und wäre es nicht gut, wenn du mehr über die Band und ihre Musik wüsstest, wenn sie irgendwie in Verbindung mit dem Sender steht? Und das tun sie doch, oder?“ fragte sie nachhakend. „Dann lese ich ihre Biografie im Internet und das reicht. Deswegen muss ich nicht zwischen lauter schreienden Menschen stehen, die einen zerquetschen.“ „Nagut. Es wird bestimmt spät. Ich wünsch dir einen schönen Abend.“ Wie so oft verstand sie ihn nicht. Wie konnte man auf so viel Spaß im Leben verzichten nur damit man immer als gepflegter, kultivierter Mensch rüber kam. Sie schüttelte den Kopf während sie nach dem Schlüssel griff und das Haus in Richtung Auto verließ. Kia schob eine Kassette rein und drehte die Musik auf. Sie hatte eine Freundin gebeten ihr die CD von Black Soul auf Kassette zu überspielen. Natürlich hätte sie das auch selbst machen können, aber ihre Freundin hatte sich nicht einen Tag von dem Album trennen können. An der Ampel klopfte Kia den Takt auf dem Lenkrad mit. Die Musik war wirklich gut. Mit jedem mal hören, schlich sie sich mehr in ihr Herz. Sie musste lächeln. Einige Zeit später kam sie an der Halle an. Sie blickte auf die Uhr. 4 Stunden zu früh, oder eher genug Zeit um noch kurz mit den Jungs zu reden. Sie fragte sich ernsthaft wie alt sie waren. Also zumindest Florian schien noch sehr jung zu sein. Paul wirkte am ältesten und reifesten. Sie hätte ja eigentlich auch gleich ihre Freundin fragen können. Die wusste das sicher.
Sie stieg aus und sah sich um. Einige Fans, vor allem Mädchen, standen bereits vor dem Eingang der Halle. Ganz schön früh. Das musste echte Fans oder Groupies sein. Zwischen den jungen Mädels, kam sie sich richtig alt vor. Wie alt waren die. 16 oder eher 12? Langsam näherte sie sich. Sie musste wirklich alt aussehen, denn die Mädchen sahen sie alle komisch an. Mit einem Schulterzucken tat sie es ab. Die Frage war nur, wie sie an den Backstagepass kommen sollte, den die Jungs ihr versprochen hatten. Hier vorne würden sie bestimmt nicht auftauchen. Vielleicht am Hintereingang. Sie machte sich auf dem Weg um das Gebäude herum. Dort standen ein paar breitschultrige Typen um den Eingang zu bewachen. Als sie sich näherte, kamen sie auf sie zu. „Hier gibt es keinen Eintritt. Bitte, gehen sie zum Haupteingang.“ „Ich bin von einem Jugendmagazin und eigentlich mit den der Band verabredet.“ Sie zeigte ihren Presseausweis. „Hmm, davon wissen wir nichts...“ Sie sahen sich den Ausweis genauer an. In dem Moment kam Andy raus. „Hey, Mrs. Carilla. Wollen Sie nicht reinkommen.” Sie lächelte erleichtert. Mit diesen Muskel bepackten Typen hätte sie sich nicht anlegen wollen. „Ja, gerne. Es gab nur ein kleines Missverständnis.“ Sie ging an ihnen vorbei zu Andy und spürte die verwunderten Blicke der Aufpasser in ihrem Rücken. „Hallo, sagen Sie ruhig Kiara zu mir. Mrs klingt so komisch.“ Meinte sie lächelnd und gab ihm die Hand. „Wollen wir uns nicht gleich auf du einigen,“ fragte Andy mit charmanten Grinsen. „Ja, gerne.“ „Ich wollte eigentlich noch eine Zigarette rauchen.....aber wenn du möchtest, führe ich dich zuerst zu den anderen.“ „Nein, ist schon in Ordnung. Ich würd auch noch gerne eine rauchen.“ Sie holten ihre Kippen hervor und Andy gab ihr Feuer. Mit einem Lächeln dankte sie ihm. Auf einmal wurde die Tür aufgerissen. „Andy...!“ Ein Kopf luggte um die Ecke. Als Kia Florian erkannte, konnte sie sich ein Lachen nicht verkneifen. Es sah aber auch zu putzig aus. Die wilden Haaren und die Federn die fast wieder herausfielen. Florian bemerkte sie und auf einmal veränderte sich sein Gesichtsausdruck. „Ohh.....hallo, Kia......” Recht verlegen schaute er kurz auf den Boden. „Hi!“ Sie konnte immer noch nicht ein Schmunzeln unterdrücken.
„Andy...!“ wiederholte Florian immer noch verlegen aber ungeduldig. „Was denn?“ reagierte dieser verwundert. „Nun komm doch mal. Ich brauch deine Hilfe.“ „Kann ich noch zu Ende rauchen?!“ „Man, ich will auch rauchen. Kriegst ne neue von mir, nur bitte mach komm.“ So quängelig hörte sich Florian nur an, wenn er unbedingt ne Zigarette brauchte. Also gab Andy nach, schnippte seine halbe Kippe weg und verschwand mit ihm kurz drinnen. Einige Zeit später kamen beide wieder raus. Diesmal waren Florians Haare vernünftig gestylt. „Entschuldigung, dass wir dich so stehen lassen haben. Paul hat mir die Haare total verwurschtelt und ich hab das allein nicht wieder hinbekommen. Sorry, dass ich mich deswegen so anstelle, aber ich zeig mich nicht mit so einer Unfrisur.“ Sie nickte nur und grinste in sich hinein. Irgendwie hatte sie ihm ausgerechnet so eine Marotte nicht zugetraut, aber um so aufschlußreicher war sie. „Hey, Florian. Bekomme ich nun die Kippe?“ fragte Andy erwartungsvoll. „Ja, hier und danke.“ Florian reichte ihm eine und zog an seiner, die er bereits angezündet hatte.
Nachdem die Jungs aufgeraucht hatten, führten sie Kia in das Gebäude. Andy klopfte an die Tür. „Seid ihr gerade nackt und beschäftigt, oder kann Kia reinkommen?“ fragte er grinsend. „Kommt rein,“ kam die Antwort von Paul, der lachte. Sie öffneten die Tür und traten ein. Sven begrüßte Kia genauso wie Paul erfreut. Aber er warf Andy einen warnenden Blick zu solche Witze zu lassen. „Hattet ihr schon Soundcheck?“ fragte Kia neugierig. „Nein. Der ist in einer halben Stunde. Jetzt gibt es erst einmal etwas zu essen.“ Entgegnete Florian. „Essen? Jetzt?“ „Ja. Ohne Essen vor dem Auftritt kommt man um vor Hunger auf der Bühne. Aber wenn man erst kurz vorher isst, dann ist man noch zu voll. Willst du mitessen? Das Buffet sah sehr lecker aus.“ „Hmm, wer kann einer so nett formulierten Einladung zum Essen widerstehen?“ antwortete sie schmunzelnd. Als sie sich am Buffet die Teller füllten, fiel ihr auf, dass Florian gar kein Fleisch drauf hatte, wie die anderen. „Bist du Vegetarier Florian?“ fragte sie als sie sich ihm gegenüber an einen Tisch gesetzt hatte. „Wenn du es so nennen möchtest.“ Antwortete er auf sein Essen konzentriert. „Sprich Florian bloss nicht beim Essen an. Entweder er isst total langsam oder er schlingt alles mit einmal hinunter. Auf jeden Fall darf man ihn dabei nie stören oder ansprechen.“ Erzählte Paul grinsend. Womit er sich einen kurzen bösen Blick Florians einfing, der ihn danach wieder seinem Teller zuwand. „Echt?! Das ist ja süß.“ Ein leichtes Lachen begleitete die Worte Kias.
Kiara sah wieder auf ihren eigenen Teller. Zwei lecker aussehende Stücken Kassler lagen auf ihrem Teller und dazu etwas Rosenkohl und viel Kartoffeln mit Soße. Sie schluckte. Warum hatte sie sich nur wieder so viel aufgefüllt? Natürlich könnte sie alles schaffen, aber das musste ja nicht unbedingt sein. Sie spürte schon wie sie zunahm nur während sie die große Portion ansah. Aber nun hatte sie keine andere Wahl. Wie sah es aus, wenn sie die Hälfte übrig ließ? Auch sie begann zu essen und musste immer wieder über Pauls Kommentare lachen. Dabei merkte sie gar nicht wie schnell ihr Teller leer war und sie dachte eine Weile auch nicht an die möglichen Folgen für ihre Figur. Bei diesen Jungs fühlte sie sich wohl und ihre Gedanken schweiften ausnahmsweise nicht weit weit weg, während sie eigentlich an Ort und Stelle sein müssten.
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